Bayern

Neue Leitung drückt Kosten: So kommt die Energiewende voran

Neuer Ostbayernring startet in Nordbayern – doch ausgerechnet an der Trasse ist fast nichts neu. Was steckt dahinter?

14.07.2026, 16:00 Uhr

Ostbayernring geht nach fünf Jahren Bauzeit ans Netz

Der Netzbetreiber Tennet hat die neue Höchstspannungsleitung Ostbayernring in Oberfranken und der Oberpfalz offiziell in Betrieb genommen. Die rund 185 Kilometer lange 380-Kilovolt-Leitung verläuft zwischen Redwitz und Schwandorf und ersetzt eine ältere, deutlich weniger leistungsfähige Verbindung. Nach Einschätzung des Unternehmens ist das Projekt ein wichtiger Schritt für die Energiewende.

Nach Angaben von Tennet soll die Leitung das Stromnetz in der Region stabilisieren und zugleich helfen, die Kosten des Umbaus der Energieversorgung zu begrenzen. Da die neue Trasse auf der bisherigen Strecke errichtet wurde, bildet sie nun das zentrale Rückgrat der Stromversorgung in Oberfranken und der Oberpfalz. Zudem soll sie mehr Kapazität schaffen, um den wachsenden Anteil von Strom aus erneuerbaren Quellen aufnehmen zu können.

Tennet-Deutschlandchef Tim Meyerjürgens erklärte, mit dem Ostbayernring werde die Versorgungssicherheit verbessert, zusätzlicher Raum für die Einbindung von Ökostrom geschaffen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gestärkt.

Engpässe im Netz verursachen hohe Kosten

Hintergrund des Ausbaus ist unter anderem die veränderte Stromversorgung in Bayern infolge des Atomausstiegs. Nachdem der Ausstieg zunächst verschoben und später wieder auf 2022 vorgezogen worden war, sank die Stromerzeugung im Freistaat von früher mehr als 90 Terawattstunden auf etwa 65 Terawattstunden pro Jahr. Der Verbrauch liegt jedoch weiterhin bei gut 80 Terawattstunden jährlich. Deshalb muss Bayern heute große Strommengen aus anderen Regionen beziehen.

Weil die Netzkapazitäten dafür nicht immer ausreichen, müssen im Süden Deutschlands regelmäßig teure Reserve- oder Ersatzkraftwerke einspringen. Die Bundesnetzagentur bezeichnet dieses Vorgehen als Netzengpassmanagement. Die dadurch entstandenen Kosten lagen bundesweit im vergangenen Jahr bei rund drei Milliarden Euro.

Weitere Entlastung für Bayern sollen in den Jahren 2027 und 2028 die geplanten Stromtrassen Südlink und Südostlink bringen. Über sie soll vor allem Windstrom aus Norddeutschland in den Süden transportiert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen