Die Einsiedelei und der dazugehörige Garten von „Väterchen Timofej“ in München stehen nun in der Bayerischen Denkmalliste. Nach Einschätzung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege besitzen die Gebäude eine besonders hohe historische Bedeutung.
Generalkonservator Mathias Pfeil bezeichnete den Ost-West-Friedensgarten als eine Art „gallisches Dorf“ mitten in der Landeshauptstadt. Der Ort erinnere an die große Wohnungsnot nach dem Krieg und an Menschen mit starkem Willen, die in einer von Trümmerschutt geprägten Umgebung ihren eigenen Weg fanden.
Der russische Einsiedler Timofej Prochorow, bekannt als Väterchen Timofej, errichtete gemeinsam mit seiner Partnerin Natascha Dankow die Unterkunft, eine Kapelle und später auch einen Kirchenbau. Dafür nutzten sie einfachste Mittel an einem Schuttberg im heutigen Olympiapark. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) erklärte, der Weg vom illegal errichteten Bau bis zum anerkannten Denkmal sei lang gewesen, zeige aber, was mit Entschlossenheit möglich sei. Heute wird der Ort als Gedenk-, Lern- und Begegnungsstätte genutzt.
Zur Anlage gehört auch die Ost-West-Friedenskirche, die 2023 niederbrannte. Unterstützer setzen sich für einen Wiederaufbau ein. Das Feuer hatte damals auch deshalb große Aufmerksamkeit erregt, weil in den Trümmern säckeweise alte D-Mark-Scheine und Münzen gefunden wurden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber