Wirtschaft

US-Großbanken räumen kräftig ab

Wall Street kassiert kräftig ab: US-Großbanken feiern Rekordquartale – selbst KI soll schon Milliarden anschieben.

14.07.2026, 16:58 Uhr

US-Großbanken haben im vergangenen Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Vor allem hohe Zinserträge und ein lebhafter Handel mit Wertpapieren sorgten für starke Ergebnisse. Bei JPMorgan Chase fiel der Quartalsgewinn dank eines Sondereffekts rund um die Visa-Beteiligung sogar so hoch aus wie nie zuvor. Auch Goldman Sachs, Citigroup, Bank of America und Wells Fargo meldeten kräftige Zuwächse.

Rekordquartal bei JPMorgan

JPMorgan profitierte im zweiten Quartal von steigenden Einnahmen in nahezu allen Geschäftsbereichen. Einen zusätzlichen Schub brachte die langjährige Beteiligung an Visa: Durch den Tausch bisheriger Anteile in eine andere Aktiengattung des Zahlungsdienstleisters verbuchte die Bank einen Sonderertrag von 4,6 Milliarden Dollar. Schon in früheren Jahren hatte JPMorgan aus ähnlichen Transaktionen hohe Gewinne gezogen.

Unter dem Strich stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent auf knapp 21,2 Milliarden Dollar. Selbst ohne den Sondereffekt hätte die Bank die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Konzernchef Jamie Dimon verwies zudem auf Effizienzgewinne durch Künstliche Intelligenz. In einzelnen Bereichen habe der Einsatz von KI dazu geführt, dass der Personalbedarf um bis zu 40 Prozent gesunken sei.

Goldman Sachs profitiert vom Handelsboom

Auch Goldman Sachs legte deutlich zu. Die Investmentbank verdiente im zweiten Quartal 6,6 Milliarden Dollar und damit 78 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Treiber war vor allem das starke Geschäft mit Aktien und Anleihen.

Die Gesamterträge kletterten um 39 Prozent auf 20,3 Milliarden Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich der Aktienhandel mit einem Plus von mehr als 70 Prozent. Im Geschäft mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen stand ein Zuwachs von fast einem Drittel. Auch die Einnahmen aus der Beratung bei Börsengängen und anderen Kapitalmarkttransaktionen stiegen um mehr als 50 Prozent. Der Zinsüberschuss nahm ebenfalls deutlich zu.

Citigroup erntet Früchte des Sparkurses

Bei der Citigroup fiel das Plus ebenfalls stärker aus als am Markt erwartet. Vorstandschefin Jane Fraser hatte dem Institut einen strikten Sparkurs verordnet, der sich nun bemerkbar macht. Die Erträge stiegen um 14 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar. Allein im Aktienhandel lagen die Einnahmen rund 45 Prozent über dem Vorjahreswert.

Da die Kosten lediglich um 5 Prozent zunahmen und Belastungen aus faulen Krediten geringer ausfielen, sprang der Nettogewinn um 45 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar.

Auch Bank of America und Wells Fargo legen zu

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Bank of America. Die Erträge erhöhten sich um etwa 15 Prozent auf 31,6 Milliarden Dollar. Im Aktienhandel schossen sie sogar um 70 Prozent nach oben. Zudem musste die Bank weniger Geld für mögliche Kreditausfälle zurücklegen. Der Gewinn stieg dadurch um rund ein Viertel auf 9,1 Milliarden Dollar.

Wells Fargo profitierte ebenfalls vom Investmentbanking. Die Bank verdiente im zweiten Quartal 6,4 Milliarden Dollar und damit etwa 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Erträge stiegen um 9 Prozent auf 22,6 Milliarden Dollar. Konzernchef Charlie Scharf sprach von einer breit getragenen wirtschaftlichen Stärke in den USA, von der das Institut klar profitiere.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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