Bayern

Wegen Hitze: München verbietet Pools und Rasenwasser

Münchens Wasser wird knapp: Nach Hitze und Dürre zieht die Stadt jetzt Konsequenzen – und die treffen auch Verbraucher.

14.07.2026, 15:16 Uhr

München verschärft wegen Trockenheit Wasserspar-Regeln – auch sieben Umlandgemeinden betroffen

Die anhaltende Hitze und Trockenheit treiben den Wasserverbrauch in München deutlich nach oben. Weil freiwillige Sparappelle nicht ausreichten, hat die Stadt nun verbindliche Einschränkungen erlassen. Eine ab sofort geltende Allgemeinverfügung verbietet unter anderem das Befüllen privater Pools, das Rasensprengen sowie die Wasserentnahme aus Seen und Flüssen für bestimmte Zwecke. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 50.000 Euro.

Die Regelung gilt nicht nur im Stadtgebiet München, sondern auch in sieben Umlandgemeinden, die über die Stadtwerke München mitversorgt werden. Betroffen sind Aschheim, Garching, Neubiberg, Neuried, Oberschleißheim, Unterföhring und Unterhaching.

Diese Maßnahmen gelten nun

Untersagt sind ab sofort unter anderem:

  • die Entnahme von Wasser zum Befüllen oder Betreiben privater Pools, Badebecken, Springbrunnen, Wasserspielanlagen und Wassertonnen
  • das Gießen und Beregnen privat genutzter Haus-, Klein- und Schrebergärten zwischen 9.00 und 19.00 Uhr, etwa von Hecken, Gehölzen, Stauden, Beeten oder Zierpflanzen
  • die Bewässerung von Rasenflächen und anderen Grünflächen, sofern diese nicht öffentlich oder gewerblich genutzt werden; ausgenommen sind unter anderem Sportplätze, land- und forstwirtschaftliche Flächen sowie Friedhöfe
  • das Waschen privater Fahrzeuge außerhalb gewerblicher Waschanlagen
  • das Abspritzen oder Reinigen privat genutzter Terrassen, Wände, Dächer, Straßen sowie Hof- und Wegflächen, etwa mit Hochdruckreinigern
  • die Entnahme von Wasser aus oberirdischen Gewässern im Münchner Stadtgebiet für diese Zwecke

Ausnahmen gelten unter anderem für das Tränken von Vieh, für landwirtschaftliche Zwecke sowie in Fällen, in denen entnommenes Wasser vollständig wieder in das jeweilige Gewässer zurückgeleitet wird.

Die Verfügung gilt zunächst bis 1. August 2026, sofern sie nicht vorher aufgehoben wird. Bei anhaltender Trockenheit ist eine Verlängerung möglich.

Verbrauch deutlich über Normalwert

Nach Angaben der Stadt liegt der tägliche Wasserverbrauch in München inzwischen bei mehr als 360 Millionen Litern. Normalerweise werden rund 300 Millionen Liter pro Tag verbraucht. Auch die angekündigten Niederschläge in den kommenden Tagen dürften nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht ausreichen, um die Lage spürbar zu entspannen.

Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) verwies auf einen außergewöhnlich trockenen Winter und Frühling. Die vorhandenen Wasserressourcen seien dadurch stark belastet. Gemeinsam mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz und den Stadtwerken habe die Stadt deshalb verpflichtende Sparmaßnahmen beschlossen.

Krause rief die Bevölkerung dazu auf, sich an die Vorgaben zu halten, damit sich die Grundwasserpegel wieder erholen können. Wasser sei ein besonders wertvolles Lebensmittel, mit dem sorgsam umgegangen werden müsse.

Auch anderswo wird zum Sparen aufgerufen

Bereits Ende Juni hatte die niederbayerische Stadt Landau an der Isar ein Bewässerungsverbot erlassen. Zahlreiche weitere Kommunen im Freistaat appellierten zuletzt ebenfalls an ihre Bürger, Wasser zu sparen.

Im Landkreis München gelten derzeit zwar keine eigenen zusätzlichen Beschränkungen. Das Landratsamt forderte die Bevölkerung aber ebenfalls zum sparsamen Umgang mit Wasser auf.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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