Bayern

Überfall, Polizeiautos geklaut: Jetzt Haft!

Raub, Einbruch, Schüsse bei der Flucht: Warum ein Mann in Schweinfurt jetzt vor Gericht steht, liest sich wie ein Krimi.

26.05.2026, 16:14 Uhr

Urteil im Fall um Geldtransporter-Überfall und gestohlene Polizeiwagen

Im Prozess um einen Überfall auf einen Geldtransporter, einen Einbruch in ein Autohaus sowie den Diebstahl von zwei Streifenwagen hat das Landgericht Schweinfurt einen 40-Jährigen zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Das teilte eine Gerichtssprecherin mit. Zusätzlich ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entzugseinrichtung im Maßregelvollzug an. Außerdem wurde dem Mann für zwei Jahre die Fahrerlaubnis entzogen.

Schuldig gesprochen wurde der Angeklagte wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung, Diebstahls und Sachbeschädigung. In weiteren angeklagten Punkten erfolgte ein Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwaltschaft forderte acht Jahre

Mit dem Strafmaß blieb das Gericht deutlich unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die acht Jahre Freiheitsstrafe verlangt hatte. Die Verteidigung hatte dagegen auf zehn Monate Haft sowie eine Unterbringung in einer spezialisierten Suchtklinik plädiert.

Nach Überzeugung der Ermittler hatte der Mann bewaffnet einen Geldtransporter in Franken angegriffen. Einen Tag später soll er in Baden-Württemberg in ein Autohaus eingebrochen sein. Hinzu kamen der Diebstahl von zwei Polizeifahrzeugen und eine Flucht mit gefährlichen Fahrmanövern. Trotz Schüssen der Polizei konnte der Verdächtige zunächst entkommen, wurde später aber festgenommen.

Zu Beginn des Prozesses hatte der Angeklagte die Vorwürfe anders dargestellt. Er sagte, er habe keinen Überfall geplant. Stattdessen habe er sich von Mitarbeitern des Geldunternehmens bedroht gefühlt und einem von ihnen die Waffe abgenommen, bevor er geflohen sei.

Überfall scheiterte trotz Beute von Millionenhöhe

Die Staatsanwaltschaft ging jedoch davon aus, dass der 40-Jährige am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt einen Geldtransporter überfallen hatte. Nach Angaben des Anklagevertreters befanden sich zu diesem Zeitpunkt rund drei Millionen Euro in dem Fahrzeug.

Demnach soll der Mann einem Mitarbeiter des Geldtransportunternehmens dessen Schusswaffe entwendet haben. Der Raub scheiterte aber, weil die Fahrerin des Transporters schnell reagierte und mit dem Wagen flüchtete.

Einbruch im Autohaus und Flucht vor der Polizei

Im Anschluss soll der Angeklagte nach Baden-Württemberg gefahren sein. Dort habe er am folgenden Tag in Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis in ein Autohaus eingebrochen, um Geld zu stehlen. Als Polizeikräfte eintrafen, ergriff er laut Ermittlern mit seinem Auto die Flucht.

Später sei der Mann im Grenzgebiet zwischen Bayern und Baden-Württemberg gleich zweimal von Polizeistreifen gestellt worden. Nach Darstellung der Anklage gelang es ihm in beiden Situationen, mit einer Mischung aus Täuschung und erheblicher Gewalt die Einsatzfahrzeuge der Polizei an sich zu bringen und weiterzufahren.

Die Beamten hätten mehrfach auf ihn geschossen, konnten seine Flucht aber zunächst nicht beenden. Erst nach einer längeren Verfolgung wurde der 40-Jährige schließlich in Walldürn festgenommen.

Zweifel an der Schuldfähigkeit

Der Mann, dem auch Straftaten in anderen Ländern zugeschrieben werden, saß zunächst in Untersuchungshaft. Später wurde er in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen