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Bayreuth in Geldnot? Wagner schlägt Alarm

Bayreuth in Geldnot: Warum Geldgeber plötzlich fehlen – und Katharina Wagner dafür die Weltlage mitverantwortlich macht

17.07.2026, 03:15 Uhr

Bayreuther Festspiele kämpfen mit Sponsorenmangel

Den Bayreuther Festspielen fehlen nach Angaben von Intendantin Katharina Wagner weiterhin wichtige Geldgeber. Im Podcast BackstageClassical sagte sie, die ohnehin schwierige Lage bei der Sponsorensuche habe sich zuletzt "massiv verschlechtert". Mit einigen potenziellen Unterstützern habe es bereits Gespräche gegeben, doch dann habe der Krieg die Situation verändert.

Schon im vergangenen Jahr hatte Wagner darauf hingewiesen, dass bei dem Festival kaum noch weitere Einsparungen möglich seien. Für das kommende Jahr gebe es nun jedoch etwas Entlastung: Der Bund habe zusätzliche Mittel zugesagt, sodass die Festspiele zumindest einen Teil der offenen Kosten aus den Tarifsteigerungen auffangen könnten.

Jubiläum zwischen Feier und Erinnerung

In diesem Jahr begehen die Bayreuther Festspiele ihr 150-jähriges Bestehen. Für Katharina Wagner ist das zwar ein klarer Anlass zur Freude, zugleich betonte sie aber, dass die Veranstalter selbst dabei am wenigsten zum Feiern kämen. Besonders wichtig sei ihr, dass neben dem Jubiläum auch die problematischen Kapitel der Geschichte des Festivals nicht ausgeblendet werden.

Wagner machte deutlich, dass das Gedenken einen festen Platz haben müsse. Man müsse nicht nur feiern, sondern auch ernsthaft erinnern, sagte sie mit Blick auf die gesamte 150-jährige Geschichte der Festspiele.

Belastete Vergangenheit der Festspiele

Richard Wagner, der von 1813 bis 1883 lebte, fiel durch antisemitische Schriften und wiederholt antisemitische Äußerungen auf. In späteren Jahrzehnten wurden die Festspiele zudem eng mit nationalistischem und völkischem Denken sowie schließlich mit dem Nationalsozialismus verbunden. Adolf Hitler war mehrfach in Bayreuth zu Gast. Winifred Wagner, die Großmutter von Katharina Wagner und damalige Leiterin der Festspiele, galt als überzeugte Anhängerin Hitlers.

Gedenkveranstaltung für verfolgte jüdische Musiker

Am 26. Juli, dem zweiten Tag der Jubiläumsausgabe, ist die Veranstaltung Verstummte Stimmen geplant. Sie soll an jüdische Musiker erinnern, die verfolgt wurden. Im Vorfeld hatte es heftige Kritik gegeben, weil Michel Friedman zunächst als Festredner eingeladen und später wieder ausgeladen worden war. Inzwischen ist vorgesehen, dass Friedman einen Vortrag unter dem Titel Über Bayreuth, über Deutschland. Versuch einer Gesellschaftsanalyse hält.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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