Iran

US-Medien: Plant Trump jetzt Schläge gegen Iran?

Droht schon am Wochenende der nächste US-Schlag gegen Iran? Trump hatte sich dazu bereits unmissverständlich geäußert.

01.08.2026, 00:46 Uhr

US-Medien zufolge stehen die Vereinigten Staaten kurz vor einer neuen, womöglich eine der größten Angriffswellen gegen den Iran. Nach Informationen von CBS News könnten die Einsätze bereits an diesem Wochenende beginnen und auch iranische Infrastruktur sowie Energieanlagen treffen. Das Wall Street Journal berichtete zudem unter Berufung auf informierte Kreise, Präsident Donald Trump habe neue, über mehrere Tage angelegte Angriffe bereits angeordnet – könne seine Entscheidung aber noch bis kurz vor dem Start ändern.

Auch Israel könnte sich den Berichten zufolge erneut an den Kampfhandlungen beteiligen. Eine endgültige öffentliche Bestätigung aus Washington gibt es bislang nicht.

Als Reaktion auf die Berichte drohte Teheran umgehend mit Gegenschlägen gegen kritische Infrastruktur in Israel und in mehreren Golfstaaten. Das meldeten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach verwies der Iran darauf, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und Katar in Reichweite iranischer Raketen lägen. Genannt wurden außerdem Ziele in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Tasnim zitierte einen ranghohen iranischen Sicherheitsbeamten mit den Worten, es gebe einen umfassenden Plan für Vergeltungsschläge. Irans Militär habe bereits gezeigt, dass es sowohl die Fähigkeit als auch die Entschlossenheit zu Gegenangriffen besitze. Die laut Berichten geplanten amerikanisch-israelischen Attacken auch auf Infrastrukturziele im Iran seien ein Akt des Wahnsinns.

Iran setzt weiter auf Druck über Öl- und Gasanlagen

Seit Kriegsbeginn Ende Februar hat Teheran nach US-Angriffen immer wieder Raketen und Drohnen auf Ziele in Golfstaaten abgefeuert, in denen US-Militärstützpunkte liegen. Dabei wurden laut den Berichten vereinzelt auch wichtige Energieeinrichtungen getroffen, darunter Anlagen zur Herstellung und Verschiffung von Flüssiggas in Katar sowie Ölanlagen in Kuwait.

Die Luftabwehr der Golfstaaten konnte bisher viele iranische Raketen abfangen. Zugleich wächst jedoch die Sorge, dass vor allem die Bestände an Abfangraketen für das Patriot-System knapp werden könnten. Auch die US-Vorräte sollen Medienberichten zufolge inzwischen deutlich geschrumpft sein.

Sollte es dem Iran gelingen, erneut Energieinfrastruktur in den Golfstaaten zu treffen, dürften die Weltmarktpreise für Öl und Gas weiter steigen. Beobachter sehen darin ein mögliches Druckmittel Teherans gegen Trump. Für dessen Republikaner gewinnen die wirtschaftlichen Folgen zusätzlich an Bedeutung, weil in gut drei Monaten die Zwischenwahlen zum US-Kongress anstehen.

Tanker vor Oman angegriffen – Maschinenraum beschädigt

Hinzu kommt, dass der Iran weiterhin die strategisch wichtige Straße von Hormus kontrolliert, eine zentrale Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus der Region. Das US-Militär hat nach dem Bericht seine Seeblockade erneuert, um den Iran seinerseits von Einnahmen aus Rohölexporten abzuschneiden.

In der Straße von Hormus wurde vor der Küste Omans zudem erneut ein Tanker angegriffen. Nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit UKMTO wurde das Schiff von einem unbekannten Geschoss getroffen, wodurch der Maschinenraum beschädigt wurde. Verletzte oder Umweltschäden habe es demnach nicht gegeben. Der Vorfall ereignete sich rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima.

Experte: Weitere Angriffe dürften Teheran kaum zum Einlenken zwingen

Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, selbst neue Angriffe auf zivile und wirtschaftliche Infrastruktur im Iran dürften die Führung in Teheran kaum zum Nachgeben bewegen. Iran werde zwar wohl schweren wirtschaftlichen Schaden erleiden, könne im Gegenzug aber ebenso die Kosten für seine Gegner deutlich erhöhen.

Als weitere Druckmittel nannte er die anhaltende Kontrolle über die Straße von Hormus sowie möglichen zusätzlichen Druck über die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer. Eine militärische Wunderwaffe gegen die Herausforderung Iran gebe es nicht, schrieb Citrinowicz.

Trump kündigt weitere Angriffe an

Trump hatte zu Beginn des Kriegs noch gesagt, der Konflikt werde nur wenige Wochen dauern. Inzwischen geht der Krieg in den sechsten Monat, und eine Lösung ist weiterhin nicht in Sicht. Auch sinkende Öl- und Gaspreise zeichnen sich bislang nicht ab.

Bei einer Kabinettssitzung auf dem Landsitz Camp David am Freitag sagte Trump mit Blick auf den Iran: Wir werden sie sehr hart treffen. Einen genauen Zeitplan nannte er nicht. Zugleich erklärte er, Teheran verfüge nach den bisherigen Angriffen zwar noch über gewisse militärische Kapazitäten – jedoch nicht mehr lange. Irgendwann werde der Iran das nicht mehr aushalten können, sagte Trump weiter.

Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zeigte sich Trump erneut verärgert. Er warf dem Iran vor, sich nicht an Absprachen zu halten und Inhalte von Gesprächen öffentlich falsch darzustellen. Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen, sagte er.

Seit Wochen sind bei den Vermittlungsbemühungen zwischen Washington und Teheran öffentlich keine Fortschritte erkennbar. Ein im Juni vereinbartes Rahmenabkommen der Kriegsparteien führte nur kurz zu einer Feuerpause. Die US-Regierung will nach eigenen Angaben unter anderem eine Wiederöffnung der Straße von Hormus für die internationale Schifffahrt erreichen und verhindern, dass der Iran Atombomben bauen kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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