Mordanklage nach Fund zerstückelter Frauenleiche und ausgesetztem Baby in Hessen
Im Fall einer getöteten und zerstückelten Frau sowie eines unverletzt aufgefundenen Säuglings in Hessen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes und wegen des Aussetzens eines hilflosen Kindes erhoben. Beschuldigt ist ein Mann, der zum Tatzeitpunkt 41 Jahre alt gewesen sein soll. Das bestätigte Staatsanwalt Martin Kriebisch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten bereits mehrere Medien über die Anklage berichtet.
Der Fall erstreckte sich über mehrere Wochen und verschiedene Orte: Mitte November 2025 wurden zunächst die abgetrennten Hände einer 32-jährigen Frau aus Eritrea an der A45 bei Olpe entdeckt. Anfang Dezember fanden Ermittler dann in Monreal in Rheinland-Pfalz den Leichnam der Frau, allerdings ohne Hände und Kopf. Der Kopf wurde später von Müllsammlern an der A4 in Nordrhein-Westfalen gefunden. Ihr erst drei Monate altes Baby war derweil unverletzt vor einem Kloster im hessischen Waldsolms entdeckt worden.
Die Fundorte der Hände, der Leiche und des Babys lagen in drei unterschiedlichen Bundesländern und teils weit voneinander entfernt. Der damalige tatverdächtige Lebensgefährte der Frau war nach Äthiopien geflohen und anschließend nach Deutschland ausgeliefert worden.
Die 32-Jährige hatte zuletzt in einer kommunalen Flüchtlingsunterkunft in Bonn gelebt. Bislang ist weiter unklar, was genau hinter der Tat steckt und an welchem Ort die Frau getötet wurde. Nun muss das Landgericht Bonn entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber