Allgemein

Nerz-Schock in Dänemark

Erst 15 Millionen Tiere getötet, dann Comeback – nun zieht Dänemark den Schlussstrich: Pelzfarmen verschwinden endgültig.

23.10.2026, 17:43 Uhr

Dänemark verzichtet auf Ausnahme beim EU-Verbot der Nerzzucht

Dänemark will keine Sonderregelung beantragen, wenn im kommenden Jahr das EU-weite Verbot der Nerzzucht greift. Damit steht fest, dass die Haltung der Pelztiere nach einer zweijährigen Übergangsfrist spätestens 2029 ausläuft.

Natur- und Tierschutzminister Christian Rabjerg Madsen erklärte laut Mitteilung, ein Wirtschaftszweig solle nicht nur deshalb weiterbestehen, weil er eine lange Tradition habe. Entscheidend sei vielmehr, ob er für Gesellschaft, Wirtschaft und Tiere noch sinnvoll sei.

Nach Angaben der Regierung fiel die Entscheidung zugunsten des Tierschutzes. Anders als von der vorherigen Regierung vorgesehen, werde daher kein Antrag auf eine Ausnahme gestellt. Das EU-Verbot der Nerzhaltung soll am 7. August 2027 wirksam werden.

Folgen des Corona-Skandals wirken nach

Dänemark gehörte lange zu den wichtigsten Ländern in der Nerzzucht. Während der Corona-Pandemie hatte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen im November 2020 angekündigt, aus Angst vor einer Virusmutation sämtliche Nerze im Land töten zu lassen – mehr als 15 Millionen Tiere.

Später stellte sich jedoch heraus, dass der Regierung damals die rechtliche Grundlage für diesen Schritt fehlte. Die Züchter mussten deshalb mit hohen Summen entschädigt werden. Der Vorgang führte zu einer breiten politischen und gesellschaftlichen Kontroverse.

2023 wurde die Nerzzucht in deutlich geringerem Umfang wieder erlaubt. Derzeit existieren in Dänemark nur noch sieben Nerzfarmen.

Bereits im Sommer 2025 war der Nerz in die EU-Liste invasiver Arten aufgenommen worden. Dänemark hatte sich damals noch gegen die entsprechende EU-Regelung gestellt, die Zucht und Produktion von Nerzen untersagt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen