Ein Gericht im tschechischen Olomouc hat einen 48-jährigen Mann zu 24 Jahren Gefängnis und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Das Landgericht sprach ihn unter anderem des Mordes sowie des versuchten Mordes schuldig.
Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann eine mit Frostschutzmittel versetzte Limonadenflasche in den gemeinsam genutzten Kühlschrank an seinem Arbeitsplatz gestellt. Einige Monate später tranken zwei Kollegen davon. Einer der beiden starb an den Folgen der Vergiftung, der andere überlebte, erlitt jedoch schwere Schäden an den Nieren.
Vergiftete Flasche im Firmenkühlschrank
Als Beweggrund soll der Angeklagte angegeben haben, er habe herausfinden wollen, wer sich unerlaubt aus dem Kühlschrank bedient. Die Verteidigung erklärte dagegen, es habe keine Tötungsabsicht gegeben. Außerdem stellte sie die Schuldfähigkeit des Mannes zum Tatzeitpunkt in der zweiten Hälfte des Jahres 2023 infrage. Die Vorfälle ereigneten sich in einer Rüstungsfabrik in Sternberk, etwa 200 Kilometer östlich von Prag.
Zusätzlich wurde dem Verurteilten vorgeworfen, im Mai 2025 an mehreren Orten in Olomouc Getränkeflaschen ausgelegt zu haben, die mit Rattengift, Blei und Morphium versetzt waren. Laut Anklage wollte er damit Obdachlose vergiften. Die Polizei konnte die Flaschen sicherstellen, weil der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits überwacht wurde. Nach Angaben der Agentur CTK sagte Staatsanwalt Jindrich Pazdera, ohne das schnelle Eingreifen der Ermittler hätte es deutlich mehr Todesopfer geben können.
Nach Ablauf der Haftstrafe soll der Mann gemäß Urteil in Sicherungsverwahrung kommen. Dabei wird er zum Schutz der Allgemeinheit in einer speziellen therapeutischen Einrichtung untergebracht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber