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Sprachzertifikate-Skandal: Ermittler schlagen zu

Sprachzertifikat für die Einbürgerung? Genau das nutzten mutmaßliche Betrüger aus – bis Ermittler ihr System auffliegen ließen.

23.10.2026, 12:51 Uhr

Ermittler zerschlagen mutmaßliches Netzwerk für gefälschte Sprachzertifikate

Nach einer groß angelegten Razzia in Nordrhein-Westfalen und München haben Ermittlungsbehörden aus Aschaffenburg mehrere Verdächtige festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, in Deutschland und Österreich in erheblichem Umfang illegale Sprachzertifikate organisiert zu haben. Solche Nachweise sind unter anderem für Einbürgerungsverfahren in Deutschland erforderlich.

Bei den Durchsuchungen stießen die Einsatzkräfte nach eigenen Angaben auf eine professionell ausgestattete Fälscherwerkstatt. Dort sollen mit hochwertigen Druckern gefälschte Dokumente und Ausweise hergestellt worden sein. Bei einem Beschuldigten fanden die Beamten zudem eine Schusswaffe.

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei in Aschaffenburg ermitteln seit 2025 gegen mehrere Personen. Im Raum stehen Vorwürfe wie banden- und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern, banden- und gewerbsmäßige Urkundenfälschung sowie weitere Straftaten. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Verdächtigen Hunderte gefälschte Sprachzertifikate produziert und verkauft haben.

Vorgehen offenbar geändert

Zunächst sollen die Beschuldigten die Sprachzertifikate direkt gefälscht haben. Weil die Behörden laut Ermittlern jedoch genauer prüften, sollen sie ihre Methode geändert haben: Demnach wurden bei Sprachprüfungen andere Personen mit gefälschten Ausweisen eingesetzt.

Bereits im Juli hatte es erste Durchsuchungen und vorläufige Festnahmen gegeben. Nun folgte eine größere Aktion mit Einsätzen in mehr als 30 Objekten. Daran waren auch Kräfte aus Österreich beteiligt, außerdem unterstützte Europol. Sieben Verdächtige im Alter von 26 bis 46 Jahren wurden festgenommen, gegen sie bestanden Haftbefehle.

Unabhängig davon teilte die Polizei Münster mit, gemeinsam mit der Polizei Warendorf ein eigenes Ermittlungsverfahren zu führen. In diesem Zusammenhang wurden fünf weitere Verdächtige festgenommen, die inzwischen in Untersuchungshaft sitzen.

Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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