Schüsse in mehreren Orten bei Paris: Macron spricht von rassistischem Terroranschlag
Am späten Vormittag hat ein bewaffneter Mann in mehreren Gemeinden westlich von Paris aus einem Auto heraus das Feuer eröffnet. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez sprach von einer terroristischen Tat, Präsident Emmanuel Macron nannte die tödlichen Schüsse einen rassistischen Terroranschlag. Die Ermittlungen dauern an.
Was bisher bekannt ist
- Gegen 10.30 Uhr fielen im Département Yvelines westlich von Paris Schüsse.
- Nach Angaben von Innenminister Nuñez schoss ein Mann aus einem Auto heraus an drei verschiedenen Orten. Zunächst wurde in Trappes geschossen, danach in der benachbarten Gemeinde La Verrière.
- Laut Nuñez kam bei dem Angriff eine automatische Waffe zum Einsatz.
- Ein im Jahr 2000 geborener Mann wurde getötet. Fünf weitere Menschen wurden teils sehr schwer verletzt, darunter ein zwölfjähriges Mädchen.
- Nach Angaben des Bürgermeisters von La Verrière wurde das Mädchen von acht Schüssen getroffen. Der Bürgermeister von Trappes sagte, es schwebe zwischen Leben und Tod.
- Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eröffnet. Untersucht wird unter anderem der Verdacht auf gezielte Tötung im Zusammenhang mit einem terroristischen Vorhaben sowie Waffenbesitz.
- Ein Verdächtiger wurde kurz nach der Tat festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 1987 geborenen Mann. Sein Strafregister weist demnach vier Verurteilungen auf, die inzwischen getilgt sind.
- In seinem Auto fanden Ermittler eine Maschinenpistole und eine Tränengasgranate.
- In der Wohnung des Mannes entdeckten die Behörden zudem eine Sprengfalle. Sie bestand nach offiziellen Angaben aus drei Gasflaschen und elektrischen Drähten, die mit einer Zeitschaltuhr verbunden waren.
- Am Nachmittag wurde eine weitere Person aus dem Umfeld des Verdächtigen festgenommen.
- Nuñez sagte, die Ermittlungen liefen zwar noch, es handle sich aber eindeutig um ein terroristisches Verbrechen. Macron sprach von einem rassistischen Terroranschlag.
Was noch unklar ist
- Das genaue Motiv ist weiterhin nicht abschließend geklärt. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft berücksichtigt jedoch, dass die Tat wegen der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit der Opfer zu einer angeblichen Rasse, ethnischen Gruppe, Nation oder Religion begangen worden sein könnte.
- Macron erklärte, die Betroffenen seien allein wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer vermeintlichen Religion ins Visier genommen worden.
- Weitere offizielle Einzelheiten zu den Opfern wurden zunächst nicht veröffentlicht.
- Unklar ist weiterhin, wie der Verdächtige an die automatische Waffe gelangte.
- Auch zur Identität der zweiten festgenommenen Person machten die Behörden zunächst keine Angaben.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber