Wirtschaft

Bio boomt wieder: Nachfrage steigt im zweiten Quartal

Trotz knapper Kasse greifen viele wieder zu Bio – doch ausgerechnet diese Händler kassieren ab, während andere leer ausgehen.

03.08.2026, 05:30 Uhr

Nachfrage nach Bio-Produkten wächst weiter

Der Absatz von Bio-Lebensmitteln ist im zweiten Quartal erneut gestiegen. Nach Angaben des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) setzte der Einzelhandel von April bis Juli mit Bio-Ware 4,75 Milliarden Euro um. Das entspricht einem Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das gesamte erste Halbjahr summierte sich der Umsatz demnach auf mehr als 9,6 Milliarden Euro.

Der Verband betonte, dass das Umsatzplus zwar nicht um die allgemeinen Preissteigerungen im Lebensmittelhandel bereinigt sei, jedoch klar darüber liege. BÖLW-Vorsitzende Tina Andres erklärte, Bio-Produkte stünden für viele Verbraucherinnen und Verbraucher auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weit oben auf dem Einkaufszettel.

Besonders stark trugen den Angaben zufolge Drogeriemärkte wie dm und Rossmann zum Wachstum bei. Sie haben ihr Angebot an Bio-Artikeln in den vergangenen Jahren deutlich erweitert, etwa bei Snacks, veganen Lebensmitteln, Babynahrung und Tee. In diesem Vertriebskanal legten die Umsätze mit Bio-Produkten fast um 20 Prozent zu. Am gesamten Bio-Lebensmittelmarkt haben Drogerien bislang allerdings erst einen Anteil von rund 12,5 Prozent.

Fachhandel ohne Zuwachs

Weniger dynamisch verlief die Entwicklung im Bio-Fachhandel. Dort blieb der Umsatz mit 0,82 Milliarden Euro praktisch unverändert. Der BÖLW sieht darin neben der allgemein zurückhaltenden Konsumstimmung auch einen fortschreitenden Wandel im Markt. Viele Kundinnen und Kunden greifen demnach zunehmend in klassischen Supermärkten oder Drogerien zu Bio-Produkten.

Auch die großen Supermarktketten, die sogenannten Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka, konnten im zweiten Quartal bei Bio-Ware zulegen. Laut BÖLW stiegen die Erlöse hier um 5 Prozent. Als Grund nennt der Verband vor allem den Ausbau der Bio-Eigenmarken.

Die Daten wurden gemeinsam mit der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AIG) ausgewertet und beruhen unter anderem auf Erhebungen der Marktforschungsunternehmen YouGov und NIQ Nielsen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen