Fußball

Das könnte Infantino zu Fall bringen

Infantinos geplatzter WM-Deal sorgt für Beben bei der FIFA. Die Kritik eskaliert – jetzt kursieren schon Abgangsszenarien.

03.08.2026, 04:44 Uhr

Infantino vor nächster Wahl unter Druck

Vor drei Jahren war Gianni Infantino beim FIFA-Kongress in Kigali noch ohne Gegenstimme per Akklamation als Präsident bestätigt worden. Nach der Abstimmung sagte der seit 2016 amtierende Schweizer, er liebe sowohl seine vielen Unterstützer als auch seine wenigen Kritiker.

Im kommenden Jahr steht erneut eine Wahl an. Am 18. März 2027 will sich Infantino beim 77. FIFA-Kongress in Rabat gemäß den Statuten ein letztes Mal für eine vierjährige Amtszeit wählen lassen. Nach dem gescheiterten Investorendeal wird der Ton gegenüber dem 56-Jährigen jedoch rauer. Ein Machtwechsel an der Spitze des Weltverbands ist daher nicht ausgeschlossen, auch wenn Infantino weiterhin über großen Rückhalt verfügt.

Der FIFA-Rat als mögliche Option

Bewerbungen für das Präsidentenamt können noch bis zum 18. November eingereicht werden. Bis dahin müssten mögliche Kandidaten ihre Unterstützung organisiert haben. Als Name mit Ambitionen wird immer wieder Concacaf-Präsident Victor Montagliani genannt. Einen offiziellen Herausforderer gibt es bislang aber nicht.

Sollte eine Opposition, etwa unter Führung der UEFA, auf eine rasche Ablösung drängen, könnte der FIFA-Rat eingreifen. Nach den zuletzt deutlichen öffentlichen Stellungnahmen erscheint ein solcher Schritt zumindest denkbar.

Das FIFA-Council ist zwischen den Kongressen das wichtigste Entscheidungsgremium des Verbands und hat 37 Mitglieder. Laut BBC müssten mindestens 19 von ihnen für die Einberufung einer Krisensitzung stimmen. Diese müsste dann innerhalb von zwei Wochen stattfinden. Selbst eine dort ausgesprochene Aufforderung zum Rücktritt könnte Infantino jedoch zurückweisen.

Victor Montagliani
Victor Montagliani (l) posierte beim letzten FIFA-Kongress noch mit Gianni Infantino (r). (Archivbild) Quelle: Darryl Dyck/The Canadian Press/AP/dpa

Auch ein außerordentlicher Kongress wäre möglich

Eine weitere Möglichkeit wäre ein außerordentlicher FIFA-Kongress als höchstes Organ des Weltverbands. Dafür wäre die Unterstützung von einem Fünftel der 211 Mitgliedsverbände nötig, also 43 Stimmen. Der Antrag müsste schriftlich gestellt werden, die Sitzung hätte dann innerhalb von drei Monaten stattzufinden. Dort könnte anschließend ein Misstrauensvotum gegen Infantino beantragt werden.

Allerdings fehlt bislang ein offizieller Gegenkandidat. Zudem bedeutet die Kritik an Infantinos Vorhaben nicht automatisch, dass sich innerhalb der FIFA bereits eine Mehrheit für seine Absetzung gefunden hat.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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