Hitzewellen und Waldbrände machen es laut einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) zunehmend schwieriger, die Luft sauber zu halten – auch in Europa.
Steigende Temperaturen begünstigen demnach nicht nur schwere Feuer, deren Rauch besonders gesundheitsschädliche Feinstaubpartikel enthält. Sie fördern außerdem die Entstehung von bodennahem Ozon, einem Reizgas, das die Atemwege belastet und zugleich Landwirtschaft sowie Ökosysteme schädigt.
Die WMO veröffentlichte ihren jährlichen Bericht zu Klima und Luftqualität anlässlich des Internationalen Tages der sauberen Luft am 7. September.
Zahl extremer Brände stark gestiegen
Zwar haben strengere Vorgaben in Europa und Nordamerika die Emissionen aus Verkehr und Industrie in den vergangenen Jahren reduziert. Gleichzeitig nimmt jedoch die Belastung durch Feinstaub der Kategorie PM2,5 zu, der bei Bränden freigesetzt wird.
Unter Verweis auf eine Studie berichtet die WMO, dass sich die Zahl extremer Brandereignisse weltweit seit den 1990er Jahren verdreifacht hat. Nach Schätzungen trug dies zwischen 2010 und 2018 zu beinahe 100.000 zusätzlichen Todesfällen bei.
Die sehr kleinen Partikel können tief in die Lunge eindringen und sogar in den Blutkreislauf gelangen. Dadurch steigt unter anderem das Risiko für Herzinfarkte, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle und Lungenembolien.
Ozon als weiteres Gesundheitsrisiko
Hinzu kommt die Belastung durch Ozon: Hohe Temperaturen, lang anhaltende stabile Wetterlagen und starke Sonneneinstrahlung – typische Begleiter von Hitzewellen – lassen die Ozonkonzentration in Bodennähe ansteigen.
Eine dauerhafte Ozonbelastung wird mit einer höheren Sterblichkeit in Verbindung gebracht, insbesondere durch Atemwegserkrankungen. Auch die zunehmende Ozonverschmutzung könnte nach Einschätzung der WMO zu Zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen führen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber