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Forscher warnen: Deutschlands Wasser wird knapp

Deutschlands Wasser schwindet – und der wahre Grund überrascht: Nicht Regenmangel, sondern die Hitze verschärft alles.

05.09.2026, 05:00 Uhr

Wasserknappheit in Deutschland und Europa nimmt weiter zu

Das Wasserdefizit in Deutschland und in vielen Teilen Europas hat sich in den vergangenen Monaten erneut verschärft. Zu diesem Ergebnis kommen gemeinsame Analysen des Potsdamer Helmholtz-Zentrums für Geoforschung (GFZ), der Nasa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Nach Einschätzung des GFZ ist es sogar möglich, dass sich die Wasserspeicher bis zum Jahresende nicht mehr erholen – selbst dann nicht, wenn der Herbst überdurchschnittlich viel Regen bringt.

Die Wissenschaftler untersuchen den gesamten Wassergehalt auf sowie unter der Erdoberfläche. Auf dieser Grundlage lässt sich berechnen, wie sich die Wasservorräte im Zeitverlauf verändern.

Vor allem das Grundwasser schwindet

Nach Angaben von Annette Eicker, Leiterin der GFZ-Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld, zeigt sich seit 2015 in Deutschland deutlich häufiger Trockenheit als in den 15 Jahren zuvor. Das niederschlagsreiche Jahr 2024 habe die Wasserspeicher zwar vorübergehend stabilisiert, anschließend sei jedoch wieder ein deutlicher Rückgang zu beobachten gewesen. Vor allem sinkende Grundwasservorräte seien für den größten Teil des langfristigen Verlusts verantwortlich.

Besonders besorgt sind die Forscher, weil die bislang ausgewerteten Daten nur bis Juni reichen. Der heiße Sommer in Deutschland ist darin also noch nicht berücksichtigt. Die Auswirkungen der jüngsten Hitzewellen dürften sich deshalb erst in den kommenden Datenauswertungen zeigen, die im Laufe des Herbstes erwartet werden.

Hitze treibt die Entwicklung an

Nach Einschätzung der Forscher ist vor allem die zunehmende Hitze ein zentraler Grund für die abnehmende Wasserspeicherung. Der Vergleich mit den Niederschlagsdaten zeige keinen dauerhaft negativen Trend bei den Regenmengen. Gleichzeitig steige aber wegen höherer Lufttemperaturen die potenzielle Verdunstung – also die Menge an Wasser, die vom Boden in die Atmosphäre übergehen kann.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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