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WHO zu Shamonda: Gefahr für Menschen doch gering?

Erster menschlicher Todesfall durch Tier-Virus in Frankreich: Wie groß ist jetzt die Gefahr – besonders für Immungeschwächte?

23.10.2026, 13:47 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet nach dem ersten belegten Fall einer Shamonda-Infektion bei einem Menschen derzeit nicht mit einer größeren Ausbreitung. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen und auf Basis des Wissens über ähnliche Viren gehe man bei dem Fall in Frankreich von einem Einzelfall aus, sagte WHO-Sprecher Christian Lindmeier in Genf. Eine weitere Verbreitung sei nach heutigem Stand eher unwahrscheinlich.

Allerdings, so Lindmeier, liege bislang noch keine offizielle Risikobewertung der WHO vor. Das Shamonda-Virus war bisher nur bei Tieren wie Rindern und Pferden nachgewiesen worden. Der erste bekannte menschliche Patient starb laut französischem Landwirtschaftsministerium Anfang Oktober. Den Angaben zufolge litt er an einer schweren Immunschwäche.

Martin Beer vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erklärte, dass Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem Infektionen deutlich schlechter abwehren können. Dadurch könne es leichter zu einer Ansteckung und zu einer Vermehrung des Virus im Körper kommen. Für die Einordnung des Falls sei dieser Umstand deshalb besonders wichtig.

Übertragung vermutlich durch Gnitzen

Nach aktuellem Stand wird angenommen, dass die Infektion durch den Stich einer Gnitze verursacht wurde. Diese kleinen Stechmücken kommen auch in Ostfrankreich vor, wo bereits im Frühjahr und Sommer Infektionen bei Tieren gemeldet worden waren.

Lindmeier betonte zudem, dass die Übertragung solcher Viren durch Gnitzen in der kälteren Jahreszeit grundsätzlich zurückgehe. Nach Angaben des FLI sind Gnitzen in Mitteleuropa verbreitet und meist von April bis November aktiv. Besonders gut vermehren sie sich bei Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad. Damit sich das Virus in den Insekten entwickeln kann, seien mehr als 12 bis 15 Grad erforderlich.

In Deutschland wurde das Shamonda-Virus in diesem Sommer erstmals bei Rindern festgestellt. Inzwischen gab es auch Nachweise bei Nutztieren in Österreich, der Schweiz, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien, Portugal, Italien und Irland.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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