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Darum ist die Gelbe Wiesenraute Blume 2027

Ihr Zuhause verschwindet still – jetzt wird die Gelbe Wiesenraute zur Preisträgerin. Warum ausgerechnet diese Blume?

22.10.2026, 11:33 Uhr

Gelbe Wiesenraute ist «Blume des Jahres 2027»

Die Gelbe Wiesenraute wurde zur Blume des Jahres 2027 gewählt. Wie die Loki Schmidt Stiftung in Hamburg mitteilte, ist die Art mit ihren auffälligen gelben Blütenrispen heute deutlich seltener als früher. Ursprünglich wächst sie vor allem an naturnahen Flüssen und in feuchten Auen. Durch begradigte Gewässer und trockengelegte Flächen sind ihre Lebensräume jedoch stark zurückgegangen.

Die Pflanze, wissenschaftlich Thalictrum flavum, steht bereits auf der Vorwarnliste der Roten Liste in Deutschland. Nach Angaben der Stiftung gilt sie als Botschafterin für intakte und lebendige Flussauen.

Auen als Lebensraum und Hochwasserschutz

Mit der Auszeichnung rückt die Stiftung zum 48. Mal eine Wildpflanze besonders in den Fokus. Ziel ist es diesmal, auf die Bedeutung natürlicher Flusslandschaften aufmerksam zu machen. Projektleiter André Palm betonte laut Mitteilung: „In den Flussauen leben auf engstem Raum etwa ein Drittel aller mitteleuropäischen Arten. Wenn wir wollen, dass seltene Pflanzenarten überleben, Federlibellen, Schilfrohrsänger und Biber ihr Zuhause behalten und nicht zuletzt wir Menschen von einem natürlichen Wasserfilter und einem effektiven Hochwasserschutz profitieren können, müssen wir Flüssen ihren natürlichen Lauf endlich wieder zugestehen.“

Natürliche Auen sind damit nicht nur Rückzugsorte für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, sondern auch für den Menschen wichtig – etwa als natürlicher Wasserfilter und als wirksamer Schutz vor Hochwasser.

Bis zu 1,50 Meter hoch

Die Gelbe Wiesenraute gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Sie kann eine Höhe von bis zu 150 Zentimetern erreichen. Ihre Blütezeit reicht von Juni bis August. In dieser Zeit bildet sie eine sehr dichte Rispe mit hunderten kleinen Einzelblüten.

Stiftung besitzt und renaturiert Auenlandschaften

Nach eigenen Angaben besitzt und entwickelt die Loki Schmidt Stiftung zahlreiche Auenlandschaften, unter anderem in Brandenburg, Niedersachsen und Hamburg. Dort seien in den vergangenen Jahren Auwälder angepflanzt, Entwässerungsgräben geschlossen und schonende Formen der Bewirtschaftung auf Auenwiesen eingeführt worden.

Die Aktion «Blume des Jahres» wurde 1980 von der Biologin Loki Schmidt (1919–2010) ins Leben gerufen. Die Ehefrau von Altkanzler Helmut Schmidt verfolgte damit von Beginn an den Schutz heimischer Wildpflanzen. Zur Blume des Jahres 2026 war der Feldrittersporn ernannt worden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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