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WHO warnt: Hepatitis B und C bedrohen Millionen

Fast 300 Millionen tragen Hepatitis B oder C in sich – und ahnen nichts. Warum das lebensgefährlich sein kann, lesen Sie hier.

28.07.2026, 04:23 Uhr

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dringt im Kampf gegen Hepatitis auf deutlich mehr Forschung, flächendeckendere Tests, besseren Zugang zu Therapien und stärkeren politischen Einsatz. Anlass ist der Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli. Nach WHO-Angaben leben weltweit rund 287 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B oder C.

Beide Krankheiten werden von unterschiedlichen Viren ausgelöst, die vor allem über Blut übertragen werden. Die dadurch entstehenden Entzündungen der Leber können langfristig schwere Schäden verursachen, darunter Leberzirrhose und Leberkrebs.

Hepatitis B besonders verbreitet

Die größere Belastung entfällt auf Hepatitis B: Etwa 240 Millionen Menschen sind davon betroffen. Jährlich sterben rund 1,1 Millionen Menschen an den Folgen – damit fordert die Krankheit laut WHO mehr als doppelt so viele Todesopfer wie Malaria. Bei Hepatitis C liegt die Zahl der Todesfälle bei ungefähr 240.000 pro Jahr.

Obwohl sich Hepatitis C in den meisten Fällen seit 2015 erfolgreich behandeln und heilen lässt, kritisiert die WHO, dass bislang nur etwa ein Fünftel der Betroffenen eine Therapie erhalten hat.

Impfungen und Tests als wichtige Maßnahmen

Die WHO empfiehlt, Schwangere routinemäßig auf Hepatitis B zu testen. Neugeborene von infizierten Müttern sollten direkt nach der Geburt geimpft werden. Auch in Deutschland rät die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer frühen Hepatitis-B-Impfung. Darüber hinaus empfiehlt sie die Impfung für Erwachsene mit erhöhtem Risiko, etwa bei bestimmten Vorerkrankungen oder besonderer Ansteckungsgefahr.

Hoffnung durch neue Forschung

Für Aufmerksamkeit sorgte in diesem Frühjahr eine Studie aus China. Ein Forschungsteam berichtete, dass bei einigen Patientinnen und Patienten mit Hepatitis B durch eine Kombinationstherapie erstmals eine funktionelle Heilung erreicht werden konnte. Das bedeutet, dass die Virusmenge unter die Nachweisgrenze sinkt. Eine spätere Vermehrung des Virus bleibt allerdings möglich, etwa wenn das Immunsystem geschwächt wird.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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