Wirtschaft

Umfrage: Warum wir uns selbst so gern beschenken

Warum sich viele selbst beschenken? Eine neue Umfrage zeigt den überraschenden Hauptgrund – und wie viel Geld dabei fließt.

28.07.2026, 04:00 Uhr

Viele Menschen in Deutschland machen sich selbst regelmäßig Geschenke. Einer aktuellen Sommerbefragung der FOM-Hochschule für Ökonomie und Management zufolge geben sie dafür im Schnitt etwa 2.000 Euro pro Jahr aus. Besonders häufig gönnen sie sich Kleidung, Reisen sowie gutes Essen.

Mit Selbstgeschenken sind laut Konsumforschung bewusst gekaufte Dinge, Erlebnisse oder Dienstleistungen für die eigenen Wünsche gemeint – also keine alltäglichen Pflichtausgaben. Studienleiter Oliver Gansser erklärte, dass es für Deutschland bislang keine direkten Vergleichszahlen dazu gebe, welchen Wert solche „Ich-Geschenke“ jährlich haben. Klar sei aber: Für viele seien sie längst kein seltener Luxus mehr, sondern ein fester Teil des Konsumverhaltens.

Am meisten geben der Umfrage zufolge Menschen der Generation Y aus, also 29- bis 44-Jährige. Sie kommen im Durchschnitt auf rund 2.400 Euro im Jahr. Dahinter liegen die 45- bis 60-Jährigen mit 1.998 Euro, die Babyboomer zwischen 61 und 79 Jahren mit 1.862 Euro sowie die Generation Z im Alter von 18 bis 28 Jahren mit 1.734 Euro. Männer investieren dabei mit durchschnittlich 2.282 Euro mehr in Selbstgeschenke als Frauen mit 1.735 Euro.

Erinnerungen spielen eine große Rolle

Bekannte Gründe für Selbstgeschenke sind etwa Belohnung, Frustabbau oder einfache Kauflust. Besonders auffällig war für die Forscher diesmal jedoch ein anderer Beweggrund: die Erinnerung an besondere Lebensereignisse. In der Online-Befragung von rund 1.600 Erwachsenen im Juni erhielt dieses Motiv mit 43 Prozent die höchste Zustimmung.

Geld für ein Geschenk für mich
"Ich-Geschenke" lassen sich die Bundesbürger etwas kosten – laut Umfrage rund 2000 Euro im Jahr Quelle: Jan Woitas/dpa

Die Teilnehmenden bewerteten unter anderem Aussagen wie, dass ein besonderer Anlass durch ein Geschenk an sich selbst noch unvergesslicher werde oder dass sie Dinge kaufen, die als Andenken an wichtige Momente im Leben dienen.

Gansser zieht daraus den Schluss, dass Erinnerungen nicht bloß nebenbei entstehen, sondern oft gezielt mitgekauft werden. Selbstgeschenke erfüllten daher nicht nur einen praktischen, sondern auch einen emotionalen und symbolischen Zweck. Menschen würden sich also nicht nur belohnen – sie würden sich auch Erinnerungen schaffen.

Kleidung und Reisen besonders beliebt

Am häufigsten kaufen sich die Befragten Kleidung, Schuhe oder Accessoires selbst; 47 Prozent nannten diese Kategorie. Dahinter folgen Reisen und Freizeitaktivitäten wie Konzerte mit 40 Prozent sowie Essen, Getränke und Feinkost mit 37 Prozent. Ebenfalls gefragt sind Kosmetik und Parfüm mit 31 Prozent sowie elektronische Geräte mit 25 Prozent.

Nach Angaben der Hochschule ist die Umfrage hinsichtlich Alter und Geschlecht repräsentativ für die Bevölkerung zusammengesetzt. Grundlage waren quotierte Online-Stichproben – ein in der Markt- und Konsumforschung übliches Verfahren, um verlässliche Aussagen über Einstellungen und Verhaltensmuster zu erhalten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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