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Tiefseebergbau: Wer stoppt das Ringen um Regeln?

Milliarden vom Meeresgrund? Firmen drängen auf Tiefsee-Abbau – Umweltschützer warnen vor Folgen ohne Rückweg.

27.07.2026, 16:12 Uhr

ISA berät in Jamaika über Regeln für Tiefseebergbau

In Jamaika hat die Vollversammlung der Internationalen Meeresbodenbehörde (ISA) begonnen. Anlass ist der wachsende Druck von Unternehmen und mehreren Staaten, den Abbau von Rohstoffen in der Tiefsee voranzutreiben. Die 172 Mitgliedsländer wollen von Montag bis Freitag vor allem über ein mögliches Regelwerk beraten, das den Bergbau auf dem Meeresboden ordnen soll.

Die ISA stellt sich dabei insbesondere gegen Bestrebungen der USA, Firmen eigenständig Förderrechte zu erteilen. Die Vereinigten Staaten gehören der Behörde nicht an. Grundlage der ISA ist das UN-Seerechtsübereinkommen, das 1994 in Kraft trat. Es überträgt der Organisation die Verwaltung des Meeresbodens in internationalen Gewässern, der als gemeinsames Erbe der Menschheit gilt.

ISA-Generalsekretärin Leticia Carvalho betonte vor Beginn der Sitzung, dass der Tiefseeboden dringend klare, wirksame und international abgestimmte Regeln brauche. Ohne einen solchen Rahmen drohe, dass sich am Meeresgrund ähnliche Schäden und Ungleichheiten wiederholen wie bereits an Land.

Umweltverbände fordern Stopp statt Abbaukodex

Zahlreiche Staaten sowie Organisationen wie WWF und Greenpeace sprechen sich jedoch nicht für einen sogenannten „Mining Code“, sondern für ein Moratorium aus. Ihrer Ansicht nach sollte Tiefseebergbau erst dann in Betracht kommen, wenn zweifelsfrei belegt ist, dass die empfindliche Meeresumwelt dadurch nicht geschädigt wird.

In einem Bericht mit dem Titel Outside The Rules warnen Greenpeace und das US-Center for Biological Diversity, eine schnelle Verabschiedung von ISA-Regeln sei kein bloßer Verwaltungsvorgang. Vielmehr könnte sie den entscheidenden und kaum umkehrbaren Schritt darstellen, um kommerzielle Anträge auf Tiefseebergbau anzunehmen und zu genehmigen.

Im Zentrum des Interesses stehen vor allem Manganknollen, die sich über Millionen Jahre am Meeresboden bilden. Sie enthalten Metalle wie Mangan, Kobalt, Kupfer und Nickel, die unter anderem für Batterien von Elektroautos gebraucht werden könnten. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen jedoch auf erhebliche Risiken für die bislang nur wenig erforschten Ökosysteme der Tiefsee hin.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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