Wirtschaft

6,6 Millionen E-Autos – doch jetzt droht der Dämpfer

Chinas E-Auto-Schwäche bremst die Welt aus – doch ausgerechnet Europa überrascht jetzt mit deutlich mehr Tempo.

28.07.2026, 04:00 Uhr

Weltweit steigen die Neuzulassungen reiner Elektroautos weiter, allerdings verliert das Wachstum deutlich an Tempo. Nach einer Analyse der Unternehmensberatung PwC in 43 wichtigen Märkten wurden im ersten Halbjahr rund 6,6 Millionen batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) neu zugelassen. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Damit fällt der Zuwachs aber wesentlich schwächer aus als noch zuvor: Im ersten Halbjahr 2025 hatte das Plus noch bei mehr als einem Drittel gelegen, im Gesamtjahr 2025 bei knapp einem Drittel.

China bremst die Entwicklung

Ausschlaggebend für die nachlassende Dynamik ist vor allem China, der mit Abstand wichtigste Markt für Elektroautos. Dort ging die Zahl der BEV-Neuzulassungen laut PwC im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf knapp 3,6 Millionen Fahrzeuge zurück.

Im zweiten Quartal zeigte sich allerdings bereits wieder eine leichte Erholung. Weil gleichzeitig auch der gesamte Automarkt schrumpfte, kamen reine E-Autos in China im zweiten Quartal dennoch auf einen Anteil von 44 Prozent an allen Neuzulassungen.

USA deutlich im Minus

In den Vereinigten Staaten fiel der Rückgang noch kräftiger aus. Dort wurden im ersten Halbjahr rund 460.000 BEVs neu zugelassen, was einem Minus von 22 Prozent entspricht. Der Marktanteil von Elektroautos liegt in den USA damit bei lediglich 6 Prozent.

Europa legt kräftig zu

Deutlich positiver entwickelt sich dagegen Europa. In der EU sowie in Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz registrierte PwC knapp 1,6 Millionen neue Elektroautos. Das sind 33 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Marktanteil lag bei 22 Prozent.

Besonders stark wuchs die Nachfrage unter anderem in Frankreich, Italien und Deutschland. Deutschland blieb damit erneut der größte Einzelmarkt Europas und lag weiterhin vor dem Vereinigten Königreich und Frankreich.

„Die Ölpreisentwicklung wirkt wie ein externer Beschleuniger für die Verbreitung der Elektromobilität“, sagte Harald Wimmer von PwC. Entscheidend sei jedoch vor allem die technologische Reife der aktuellen Modellgeneration: hohe Reichweiten, wettbewerbsfähige Preise und klare Vorteile bei den Betriebskosten. Das verändere die Marktlogik nachhaltig.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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