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Studie: So lenkt Politik deine Liebe

Links oder rechts – entscheidet Politik über die Liebe? Eine US-Studie zeigt Erstaunliches. Und Deutschland ist wohl ähnlich.

02.06.2026, 05:00 Uhr

Viele Singles geben in Dating-Apps ihre politische Orientierung an – und genau diese Information spielt bei der Partnerwahl offenbar eine wichtige Rolle. Das zeigt eine neue Studie aus den USA. Demnach sortieren viele Anhänger der Demokraten republikanische Profile aus, während Republikaner umgekehrt ebenfalls eher auf Distanz zu politisch Andersdenkenden gehen. Auffällig ist dabei: Demokraten waren bei Profilen ohne erkennbare politische Einordnung fast ebenso offen wie bei Parteifreunden, Republikaner zeigten dagegen eine deutlichere Vorliebe für andere Republikaner.

Die Untersuchung stammt von den Soziologen Ansgar Hudde und Shannon Taflinger vom Department für Soziologie und Sozialpsychologie der Universität zu Köln. Veröffentlicht wurde sie in der Fachzeitschrift European Sociological Review. Für das Online-Experiment bewerteten 1097 US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner im Alter von 20 bis 33 Jahren fiktive Dating-Profile, wie sie auf Plattformen wie Tinder, Bumble oder Hinge üblich sind.

In den Profilen war teils „Demokrat“, teils „Republikaner“ angegeben, in anderen Fällen fehlte eine politische Einordnung. Das zentrale Ergebnis fasst Hudde so zusammen: Junge Amerikanerinnen und Amerikaner haben wenig Interesse daran, politisch Andersdenkende kennenzulernen. Als Hauptgrund sehen die Forschenden die Annahme, bei Werten und Lebensstil nicht zusammenzupassen.

Tatsächlich bewerteten die Teilnehmenden politisch Andersdenkende in allen abgefragten Bereichen negativer – von der zugeschriebenen Intelligenz über Eigenschaften wie Ehrlichkeit und Freundlichkeit bis hin zur vermuteten Ähnlichkeit bei Werten und Lebensstil.

Politischer Gender Gap in Deutschland

Besonders stark floss Politik bei demokratischen Frauen in die Auswahl ein. Ihre Ablehnung der jeweils anderen politischen Seite war laut Studie etwa viermal so stark wie bei republikanischen Frauen oder Männern.

Hudde erklärt, dass viele Menschen von der politischen Orientierung schnell auf weitere Merkmale schließen – etwa auf Werte, Lebensstil oder den Charakter. Solche Rückschlüsse seien jedoch oft vorschnell, weil Menschen in der Realität meist weit weniger stereotyp seien.

Der Forscher sieht auch Parallelen zu Deutschland. Zwar sei die politische Polarisierung hier nicht so stark wie in den USA, zudem gebe es im deutschen Mehrparteiensystem mehr Abstufungen. Dennoch dürften auch hier viele Menschen mögliche Partner aus politischen Gründen schon früh aussortieren.

Hinzu komme in Deutschland ein besonderer Faktor: Junge Frauen wählen inzwischen deutlich häufiger links als junge Männer. Laut Hudde war dieser politische Gender Gap noch nie so groß wie heute – und das dürfte die Partnersuche auch hierzulande zusätzlich komplizierter machen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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