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Rätsel um Metallplatten am Wal – Obduktion am Strand

Rätsel um Wal „Timmy“: Am Strand läuft die Obduktion an – finden Experten jetzt endlich die Todesursache?

01.06.2026, 12:38 Uhr

Seit Monaten beschäftigt Buckelwal „Timmy“ Menschen in Deutschland – und auch Wochen nach seinem Tod reißt das Interesse nicht ab. Während auf der dänischen Insel Anholt die Vorbereitungen für eine umfassende Untersuchung des Kadavers laufen, sieht sich die Staatsanwaltschaft Schwerin mit einer Vielzahl von Anzeigen und Hinweisen zum Fall konfrontiert.

Nach Angaben von Behördensprecher Jonas Krüger ist die Zahl der Vorgänge mit Wal-Bezug inzwischen dreistellig. Viele Eingaben stammen demnach nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, werden wegen der Zuständigkeit aber dennoch in Schwerin bearbeitet. Krüger sprach von einem aus seiner Sicht neuen Phänomen für die Ermittlungsbehörde.

Dabei geht es nicht nur um Strafanzeigen. Teils hätten Menschen auch Hinweise geschickt oder ihre Hilfe angeboten. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien darunter mitunter skurrile Mitteilungen gewesen. So habe etwa jemand geschrieben, er könne mit Walen reden.

Anzeigen in ganz unterschiedliche Richtungen

Die Vorwürfe widersprechen sich teils deutlich. Aus der Phase, in der entschieden wurde, den Wal zunächst weitgehend in Ruhe zu lassen, stammen laut Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen angeblich unterlassener Hilfeleistung. Später seien dann Anzeigen eingegangen, die sich mit Verweis auf das Tierschutzgesetz gegen die Transportmaßnahmen richteten.

Betroffen seien unterschiedlichste Personen und Institutionen. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei wegen ganz verschiedener Punkte angezeigt worden – sowohl dafür, dass er aus Sicht mancher zu wenig getan habe, als auch dafür, dass er überhaupt eingegriffen habe. Auch Mitarbeitende des Deutschen Meeresmuseums, das an der Bergung gar nicht beteiligt war, seien angezeigt worden. Selbst Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die sich aus dem Fall weitgehend herausgehalten habe, sei laut Krüger von Anzeigen erfasst worden.

Warum Schwerin zuständig ist

Die Zuständigkeit der Staatsanwaltschaft Schwerin hängt damit zusammen, dass sich der Wal längere Zeit vor der Insel Poel befand. Für diesen Bereich ist das Amtsgericht Wismar zuständig – und damit wiederum die Schweriner Staatsanwaltschaft.

Wer andernorts in Deutschland etwa online Anzeige erstattet, landet laut Behörde zunächst oft bei der örtlich zuständigen Polizeidienststelle. Von dort werden die Vorgänge an die zuständige Staatsanwaltschaft und schließlich nach Schwerin weitergeleitet. Wie viele weitere Eingänge noch folgen, ist laut Krüger offen. Unklar sei zudem, in welchen Fällen sich tatsächlich konkrete Ermittlungsansätze ergeben. Gegebenenfalls würden einzelne Vorgänge später auch gebündelt. Geprüft werden müsse aber jeder Eingang.

Obduktion auf Anholt wird vorbereitet

Auf der dänischen Insel Anholt laufen unterdessen die Vorbereitungen für die Obduktion des toten Buckelwals. Ein Bergungsteam hatte den Kadaver bereits am Wochenende mithilfe eines Stahlseils aus dem flachen Wasser an den Strand gezogen. Anschließend wurde der sandige Untergrund rund um das Tier mit einem Radlader geglättet und mit mehreren Metallplatten ausgelegt.

Für Donnerstag am Nachmittag ist die Untersuchung durch Tierärzte und Walfachleute geplant. Die Obduktion soll nach bisherigen Angaben rund sechs Stunden dauern. Ziel ist es, die Todesursache des Tieres zu klären.

Ursprünglich hatten die dänischen Behörden versucht, den Kadaver in einen Hafen zu bringen. Nachdem das misslang, soll die Untersuchung nun direkt am Strand stattfinden. Bis dahin hält Absperrband Schaulustige vom Tier fern. Die Behörden haben wiederholt auf eine mögliche Ansteckungsgefahr hingewiesen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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