Philologenverband: Sommerferien sollten nicht mehr im Juni beginnen
Der Deutsche Philologenverband fordert von allen Bundesländern, Sommerferien künftig dauerhaft nicht vor dem ersten Juli-Wochenende starten zu lassen. Als Begründung verweist der Verband auf die Belastung rund um die Abiturprüfungen.
Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Kitzing sagte der Deutschen Presse-Agentur, ein Ferienbeginn noch im Juni verkürze die verfügbaren Prüfungszeiträume spürbar. Dadurch steige der Druck auf Schulen, weil Prüfungen, Korrekturen und auch mögliche Nachprüfungen rechtzeitig vor Ferienstart abgeschlossen sein müssten.
In diesem Jahr beginnen die Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bereits am 29. Juni. Das liegt nur knapp vor dem Termin, den der Verband für sinnvoll hält. Nach Angaben der Organisation gab es in früheren Jahren allerdings sogar Ferienstarts schon ab dem 21. Juni.
Kritik an frühen Terminen bleibt bestehen
Der Verband bekräftigt damit eine schon länger erhobene Forderung. Im langfristigen Ferienkalender ist etwa für Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2029 ein Ferienbeginn am 18. Juni vorgesehen. Bei zentralen Abiturprüfungen Mitte Mai sei das für Abiturientinnen und Abiturienten ebenso wie für Lehrkräfte kaum entspannt zu bewältigen, argumentiert der Verband. Lin-Kitzing bemängelte, dass diese Kritik seit Jahren vorgetragen werde, bislang jedoch ohne Folgen geblieben sei.
Die Sommerferientermine in Deutschland liegen insgesamt zwischen Ende Juni und Mitte September. Damit soll der Reiseverkehr entzerrt werden. In 14 von 16 Bundesländern wechseln die Termine regelmäßig, sodass jedes Land im Laufe der Jahre mal früher und mal später Ferien hat. Bayern und Baden-Württemberg sind davon ausgenommen; dort liegen die Sommerferien traditionell immer im August und in der ersten Septemberhälfte.

Schon im vergangenen Jahr war erneut gefordert worden, auch die beiden südlichen Länder in die Rotation einzubeziehen. Beide Landesregierungen lehnten das jedoch ab.
Nach Ansicht des Philologenverbands würde ein einheitlicher Ferienbeginn frühestens ab dem ersten Juli-Wochenende zudem für mehr Fairness sorgen. Die Vorbereitung auf das Abitur wäre dann zwischen den Ländern besser vergleichbar.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion