Bayern

Tauf-Prämie? Augsburgs Bistum ringt mit der Frage

500 Euro fürs Taufen? Die Prämie am Starnberger See spaltet – selbst das Bistum warnt vor einem heiklen Signal.

31.07.2026, 04:30 Uhr

Bistum Augsburg äußert Vorbehalte zu Taufprämie am Starnberger See

Das Bistum Augsburg hat sich kritisch zu einer Aktion geäußert, bei der katholische Gemeinden im Raum Starnberg für neu getaufte Kinder jeweils 500 Euro erhalten. Ein Sprecher der Diözese erklärte, aus kirchlicher Sicht hinterlasse das Vorhaben trotz guter Absichten einen gewissen Beigeschmack.

Auslöser ist die Initiative „Starnberger Schutzengel“ des Unternehmers Peter Löw. Er stellt für jedes in mehreren Kirchen rund um Starnberg getaufte Kind 500 Euro bereit. Insgesamt stehen dafür in diesem Jahr 20.000 Euro zur Verfügung, also genug für bis zu 40 Taufen. In mehreren Fällen wurde das Geld nach der Feier bereits übergeben.

Vor Ort sorgt das Modell für unterschiedliche Reaktionen. Der Starnberger Stadtpfarrer Andreas Jall berichtete, einige Gemeindemitglieder sähen darin eine Art Verkauf des Ansehens der Kirche. Zugleich verwies er auf die hohen Lebenshaltungskosten in der Region. Nach seiner Ansicht könne die Zahlung Familien in der teuren oberbayerischen Gegend spürbar entlasten.

Diözese warnt vor zu enger Verbindung von Geld und Sakrament

Die betroffenen Gemeinden gehören zur Diözese Augsburg. In ihrer Stellungnahme betont diese, Großzügigkeit sei grundsätzlich ein sympathischer Ausdruck christlicher Nächstenliebe, und selbstverständlich könne jeder anderen Menschen Geschenke machen. Problematisch werde es jedoch, wenn finanzielle Zuwendungen zu eng mit dem Empfang eines Sakraments verknüpft seien. Dann entstehe aus kirchlicher Sicht unweigerlich ein ungutes Gefühl.

Das Bistum erinnert außerdem daran, dass Gläubige Anspruch auf den Empfang der Sakramente haben, wenn die kirchlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Katholische Eltern seien sogar gehalten, ihre Kinder möglichst früh taufen zu lassen und im Glauben zu erziehen. Die Entscheidung für eine Taufe setze daher eine bewusste Glaubenshaltung der Eltern voraus.

Darüber hinaus stellt die Diözese infrage, ob eine auf die eigene Konfession beschränkte Prämie in Zeiten der Ökumene noch passend ist. In der Erklärung wird darauf verwiesen, dass es nur eine Taufe im Namen des dreifaltigen Gottes gebe, die in unterschiedlichen christlichen Konfessionen gespendet werde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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