Wirtschaft

Hitze treibt Klima-Verkäufe auf Rekordhoch

Hitze-Hype im Handel: Über 290.000 mobile Klimageräte gingen im Juni weg – warum plötzlich alle eines wollen.

31.07.2026, 04:00 Uhr

Die anhaltende Hitze sorgt in Deutschland für einen kräftigen Boom bei mobilen Klimageräten. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens NIQ wurden im ersten Halbjahr etwa 387.100 Geräte verkauft. Das entspricht einem Zuwachs von 219.000 Stück beziehungsweise 130 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Besonders stark fiel die Nachfrage in den späten Frühjahrs- und Frühsommermonaten aus. Im Mai gingen rund 79.700 Geräte über den Verkaufstresen – etwa 56.100 mehr als im selben Monat des Vorjahres, was einem Plus von 238 Prozent entspricht. Im Juni erhöhte sich der Absatz um 159.100 Geräte auf etwa 290.200 Stück, ein Anstieg von 121 Prozent. NIQ spricht damit sowohl für den Juni als auch für das gesamte erste Halbjahr von den höchsten Werten seit Beginn des Jahres 2023. Ältere Vergleichsdaten liegen dem Unternehmen nicht vor.

Berücksichtigt wurden in der Auswertung sowohl klassische mobile Monoblock-Geräte, bei denen die warme Luft per Abluftschlauch nach außen geleitet wird, als auch tragbare Split-Klimaanlagen mit Innen- und Außeneinheit. Nicht einbezogen wurden dagegen fest eingebaute Split-Anlagen. Der durchschnittliche Preis der erfassten Geräte lag laut NIQ im Juni 2026 bei etwa 354 Euro. Ein Jahr zuvor hatte der Durchschnittspreis noch 342 Euro betragen.

Mobile Geräte: schnell verfügbar, aber nicht immer komfortabel

Nach Einschätzung von Julia Kalkowski, Expertin für technische Konsumgüter bei NIQ, punkten mobile Klimageräte vor allem durch ihre schnelle Verfügbarkeit. Außerdem sei keine feste Montage nötig, und die Anschaffungskosten seien vergleichsweise niedrig. Schwächen gebe es allerdings bei Effizienz und Bedienkomfort.

Mobiles Klimagerät
Mobile Klimageräte versprechen Abkühlung bei hohen Temperaturen. Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Zunehmend gefragt sind laut Kalkowski mobile Split-Geräte, die in der Regel leistungsfähiger sind. Ihr Anteil am Absatz lag im ersten Halbjahr bei 16,5 Prozent. Im Unterschied zu dauerhaft installierten Klimaanlagen müssen diese Modelle nicht von Fachfirmen eingebaut werden, da keine Leitungen mit Kältemittel verbunden werden müssen.

Eine aktuelle Umfrage der dpa bei mehreren Handelsketten zeigte zuletzt zudem, dass mobile Klimageräte wegen der starken Nachfrage vielerorts bereits ausverkauft sind.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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