Wissen

Jetzt startet die Vogelwahl – lohnt sich der Titel wirklich?

Fünf Vögel kämpfen um den Titel – doch hinter dieser Wahl steckt viel mehr, als die meisten ahnen.

08.09.2026, 10:00 Uhr

Online-Abstimmung zum „Vogel des Jahres“ 2027 gestartet

Naturfreundinnen und Naturfreunde können ab sofort wieder im Internet darüber abstimmen, welcher Vogel den Titel „Vogel des Jahres“ 2027 tragen soll. Zur Wahl stehen diesmal Kolkrabe, Kranich, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Wasseramsel. Für die Gewinnerart bedeutet der Titel vor allem eines: mehr öffentliche Aufmerksamkeit und damit auch Rückenwind für ihren Schutz.

Die digitale Abstimmung läuft bis zum 15. Oktober um 11.00 Uhr. Noch am selben Tag wollen der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) das Ergebnis bekanntgeben.

Nabu und LBV vergeben den Titel bereits seit über einem halben Jahrhundert. Seit 2021 darf die Bevölkerung mitentscheiden. Allerdings legen die Verbände vorab fünf Arten fest. Jede von ihnen steht für ein bestimmtes Naturschutzthema, das besonders in den Fokus rücken soll.

Die Kandidaten im Überblick

Kolkrabe

Der Kolkrabe gilt als äußerst klug und sozial. In Sagen und Mythen taucht er seit Jahrhunderten auf – mal als Botschafter der Götter oder Lichtbringer, mal als Symbol des Unheils. Dieses zwiespältige Bild hat Folgen: Noch immer wird der Vogel mancherorts verfolgt, etwa durch Abschuss oder Vergiftung.

Typisch für den Kolkraben (Corvus corax) sind sein glänzend schwarzes Gefieder, der kräftige Schnabel und seine beachtliche Größe. Er erreicht etwa das Format eines Bussards und gilt damit als größter Singvogel der Welt. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, Paare bleiben meist ein Leben lang zusammen.

Kraniche
Der Kranich (Grus grus) gilt in vielen Ländern als Symbol für Glück, Liebe und Frieden. (Archivbild) Quelle: Patrick Pleul/dpa

Kranich

Der Kranich ist vor allem durch seine weit hörbaren trompetenden Rufe bekannt. Auch seine Balztänze im Frühjahr sowie die Züge in großen Keilformationen im Herbst faszinieren jedes Jahr viele Menschen.

In zahlreichen Ländern steht der Kranich (Grus grus) als Sinnbild für Glück, Liebe und Frieden. Mit einer Körperhöhe von bis zu 116 Zentimetern überragt er sogar den Weißstorch. Für Brut und Rast ist er auf Feuchtgebiete angewiesen.

Mehlschwalbe

Die Mehlschwalbe kämpft gleich mit mehreren Problemen. Durch den Rückgang von Insekten findet sie immer weniger Nahrung. Gleichzeitig verschwinden ihre Nistplätze an Häusern häufig, etwa wenn die aus Lehm gebauten Nester entfernt werden. Hinzu kommt, dass moderne Gebäude den Nestbau oft zusätzlich erschweren.

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ist schwarz-weiß gefärbt und wird auf der Roten Liste als gefährdet geführt.

Trauerschnäpper

Der kleine Zugvogel ist ein geschickter Jäger, der Insekten oft direkt in der Luft erbeutet. Doch auch ihm macht das Insektensterben zu schaffen. Zudem leidet er unter den Folgen des Klimawandels: Weil der Frühling immer früher einsetzt, sind viele Baumhöhlen und Nistkästen schon besetzt, wenn er aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurückkehrt.

Auch der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) gilt als gefährdet.

Wasseramsel

Die Wasseramsel ist ein echter Spezialist am Bach: Sie kann tauchen, schwimmen und sich sogar unter Wasser fortbewegen. Ihr dichtes, überwiegend braunes Gefieder ist bestens an das Leben an Fließgewässern angepasst.

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) brütet vor allem in Mittel- und Süddeutschland. Sie bevorzugt schnell fließende, steinige Bäche und Flüsse in Wäldern und Bergregionen. Ihre Nester baut sie unter anderem in Uferböschungen, unter Brücken oder in Mauern.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen