Bei Angriffen der Huthi-Miliz aus dem Jemen sind nach saudischen Angaben in Saudi-Arabien 73 Menschen verletzt worden. Wie der Sprecher der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition erklärte, befinden sich unter den Betroffenen auch Frauen und Kinder. Das Bündnis unterstützt im Jemen die Regierung im Kampf gegen die Huthi.
Den Angaben zufolge wurden in Chamis Muschait, Nadschran sowie in weiteren Städten im Süden des Landes zivile und wirtschaftliche Einrichtungen getroffen. Ein genauer Zeitpunkt der Angriffe wurde nicht genannt. Der Koalitionssprecher sprach von einer "gefährlichen Eskalation" und kündigte an, man werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Bedrohung aus dem Jemen zu beenden. Von den Huthi gab es dazu zunächst keine unmittelbare Stellungnahme.
Die Miliz erklärte jedoch, sie habe Saudi-Arabien mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf rund 120 saudische Luftangriffe im Jemen innerhalb der vergangenen drei Tage.
Zuvor hatten die Huthi Saudi-Arabien beschuldigt, ein Gefängnis im Jemen bombardiert zu haben. Der von ihnen kontrollierte Sender Al-Masirah berichtete, bei dem Angriff am Montag seien mindestens elf Menschen getötet worden. Außerdem werde weiter nach 20 Vermissten gesucht. Eine Stellungnahme aus Saudi-Arabien lag zunächst nicht vor. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben vorerst nicht.
Energieanlagen ebenfalls betroffen
Das saudische Energieministerium teilte mit, dass im Süden des Königreichs auch mehrere Energieanlagen getroffen worden seien. Infolge der Angriffe seien an verschiedenen Orten Brände ausgebrochen, zudem sei der Betrieb mancher Anlagen vorübergehend eingeschränkt oder gestoppt worden.
Die Huthi hatten bereits in der Vergangenheit die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens ins Visier genommen und teils erheblichen Schaden angerichtet. Das Land zählt zu den größten Ölproduzenten der Welt.
Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien gestützt wird. Seit 2022 galt zwar eine informelle Waffenruhe, doch im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg hat sich der Konflikt zuletzt wieder verschärft. Besonders an der Westküste am Roten Meer kommt es erneut zu Gefechten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber