Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) hält nach dem schwachen Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler in der aktuellen Pisa-Studie am bisherigen Kurs des Freistaats fest. In München erklärte sie, Bayern setze weiter darauf, Probleme früh zu erkennen, gezielt zu fördern und die grundlegenden Fähigkeiten der Kinder deutlich zu stärken.
Nach den vorangegangenen Pisa-Ergebnissen habe man bereits rasch reagiert, sagte Stolz. So seien Deutsch und Mathematik in der Grundschule über alle vier Jahrgangsstufen hinweg um insgesamt sechs Wochenstunden ausgebaut worden. Außerdem werde etwa eineinhalb Jahre vor der Einschulung verpflichtend überprüft, wie es um die Sprachkenntnisse der Kinder steht. Falls Förderbedarf bestehe, folge eine verbindliche Sprachförderung.
Ergänzend verwies die Ministerin auf wissenschaftlich gestützte Diagnoseverfahren sowie auf zusätzliche Fortbildungsangebote für Lehrkräfte. Zum laufenden Schuljahr starte darüber hinaus eine ähnliche Initiative an den Mittelschulen.
Kritik am Einfluss der sozialen Herkunft
Gleichzeitig betonte Stolz, dass auch geprüft werde, an welchen Stellen Verbesserungen nötig seien. Dabei nannte sie besonders die Ausbildung der Lehrkräfte. Bildungsexperten sehen die Ursachen jedoch vielfach an anderer Stelle: Sie kritisieren vor allem die frühe Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schularten und den starken Einfluss der sozialen Herkunft auf den schulischen Erfolg.
Die Pisa-Studie 2025 bestätigt erneut, dass in Deutschland die Leistungen von Kindern und Jugendlichen besonders stark vom Elternhaus abhängen. Seit 2015 hat sich dieser Abstand sogar wieder vergrößert.

So schlechte Werte wie nie zuvor
Insgesamt fielen die Ergebnisse der 15-Jährigen in Deutschland so schwach aus wie noch nie seit Beginn der Pisa-Untersuchungen. Beim Lesen, in Mathematik und in den Naturwissenschaften wurden laut der neuen internationalen Vergleichsstudie die niedrigsten Kompetenzwerte seit Start der Erhebung gemessen.
Von den rund 6.700 getesteten Jugendlichen in Deutschland erreichte etwa ein Viertel in den Naturwissenschaften keine ausreichenden Basiskompetenzen. Beim Lesen und in Mathematik traf das sogar auf rund ein Drittel zu. Gleichzeitig ging auch der Anteil der besonders leistungsstarken Schülerinnen und Schüler zurück. In allen drei Bereichen liegt er inzwischen unter zehn Prozent.
Damit liegen die aktuellen Ergebnisse sogar unter denen der ersten Pisa-Studie aus dem Jahr 2000, die damals den sogenannten Pisa-Schock und zahlreiche Bildungsreformen auslöste. Angaben zu den Resultaten einzelner Bundesländer enthält die Studie nicht.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber