Würzburg geht im Wettbewerb leer aus
Für die Julius-Maximilians-Universität Würzburg hat es nicht zum Titel Exzellenzuniversität gereicht. Die JMU konnte sich nach der Entscheidung der Exzellenzkommission in Bonn nicht gegen die übrigen zehn Bewerber durchsetzen, wie Wissenschaftsrat und Deutsche Forschungsgemeinschaft mitteilten. An der Universität studieren rund 25.000 Menschen.
Universitätspräsident Paul Pauli hatte die mögliche Förderung im Vorfeld als große Chance für die JMU bezeichnet. Mit den zusätzlichen Mitteln hätten sich die Ideen aus dem Antrag umsetzen und die Bedingungen für Forschung, Lehre, Studium und Wissenstransfer in Würzburg weiter verbessern lassen. Nach der Absage müssen diese Vorhaben nun auf anderem Weg vorangebracht werden.
Neben dem Geld geht es bei dem Titel auch um Prestige und internationale Sichtbarkeit. Beides kann Hochschulen helfen, Forschende und Studierende aus dem In- und Ausland anzuziehen. Der Titel sagt allerdings vor allem etwas über die Forschungsstärke einer Universität aus und bedeutet nicht automatisch, dass jeder Studiengang oder jede Lehrveranstaltung besser ist als anderswo.
Millionenförderung für Spitzenstandorte
Exzellenzuniversitäten gehören zur Spitzengruppe der deutschen Hochschulen. Mit dem Titel sind jährlich 10 bis 15 Millionen Euro an Fördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm verbunden. Insgesamt umfasst die Exzellenzstrategie derzeit 687 Millionen Euro pro Jahr.
Neu ausgewählt wurden diesmal Freiburg, Jena, Köln sowie zwei Hochschulverbünde: die Rhein-Main-Universitäten mit Darmstadt, Frankfurt und Mainz sowie das Ruhr Innovation Lab mit Bochum und Dortmund.
Über die Vergabe entscheidet die Exzellenzkommission. In die Bewertung fließen Einschätzungen internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, außerdem sind die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern beteiligt.
Bayern bleibt bei zwei Exzellenzunis
Die Exzellenzstrategie ist ein gemeinsames Programm von Bund und Ländern zur Stärkung universitärer Spitzenforschung. Gefördert werden dabei sowohl Exzellenzcluster in einzelnen Forschungsfeldern als auch Exzellenzuniversitäten als besonders leistungsstarke Standorte.
In Bayern tragen bereits seit Jahren zwei Hochschulen diesen Titel: die Ludwig-Maximilians-Universität München und die Technische Universität München. Beide waren im aktuellen Wettbewerb um neue Plätze nicht dabei.
Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) reagierte enttäuscht auf die Entscheidung. Am Ende habe es knapp nicht gereicht, sagte er, auch weil eine einzelne Universität gegen starke Verbünde angetreten sei. Zugleich betonte Blume, die Voraussetzungen in Würzburg seien sehr gut. Der Tag sei deshalb nicht das Ende des Exzellenzwegs, sondern nur eine weitere Etappe.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber