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Kaum zu glauben: Chiles Wüste blüht

Unglaubliches Naturwunder: In der Atacama blüht plötzlich ein Blumenmeer – ausgerechnet El Niño steckt dahinter.

02.10.2026, 00:28 Uhr

Blütenmeer in der Atacama: Wüste steht überraschend in voller Pracht

In der Atacama-Wüste an der Pazifikküste Südamerikas zeigt sich derzeit ein ungewöhnliches Bild: In einer der trockensten Regionen der Erde blühen auf einmal zahlreiche Pflanzen. Auslöser dafür ist nach Angaben der Leiterin der chilenischen Forstbehörde Conaf, Aida Baldini Urrutia, das Klimaphänomen El Niño.

Während El Niño in vielen Teilen der Welt schwere Wetterfolgen mit sich bringt, sorgt das Phänomen in der Atacama für günstige Bedingungen für Pflanzenwachstum. Die zusätzlichen Niederschläge haben dazu geführt, dass sich auf rund 17.000 Quadratkilometern etwa 200 Pflanzenarten entfalten konnten – und das ausgerechnet in der trockensten nicht-polaren Wüste der Welt.

Der Höhepunkt der Blüte wird laut Baldini Urrutia im Oktober erreicht. Noch bis Ende November sollen Besucher das Naturschauspiel erleben können.

Die Forstbehörde rechnet in dieser Zeit mit insgesamt etwa einer Million Gästen aus Chile und dem Ausland. Viele von ihnen werden in die Nationalparks Desierto Florido, Llanos de Cháyes und Pan de Azúcar reisen, um das Blütenmeer zu sehen.

Was hinter El Niño steckt

El Niño ist ein Klimaphänomen, das das Wetter weltweit beeinflusst. Nach Angaben der Weltwetterorganisation entstehen die Veränderungen durch schwächere Passatwinde über dem tropischen Pazifik.

Gelangen wärmeres Meerwasser und feuchte Luftmassen an die normalerweise trockene Westküste Südamerikas, steigen dort die Niederschläge deutlich an. Das kann zwar Überschwemmungen verursachen, in der Atacama aber zugleich die Grundlage für die außergewöhnliche Blütenpracht schaffen.

Blumen in der Atacama-Wüst in Chile
«El Niño» führt zu höheren Niederschlagsmengen und lässt an überraschender Stelle Blumen sprießen. Quelle: Esteban Felix/AP/dpa

In der Regel hält El Niño neun bis zwölf Monate an. Seine stärkste Phase liegt meist zwischen November und Februar, auftreten kann das Phänomen etwa alle zwei bis sieben Jahre.

Der Name El Niño bedeutet übersetzt „das Christkind“. Geprägt wurde er von Fischern in Peru, die die Erwärmung des Meeres häufig um die Weihnachtszeit beobachteten. Für das laufende Jahr hat die Weltwetterorganisation einen besonders starken El Niño vorhergesagt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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