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Ebola-Drama: 4.000 Tote im Kongo

So rasant wütete Ebola in Afrika noch nie: Im Kongo starben schon über 4.000 Menschen – Kinder trifft es besonders hart.

02.10.2026, 16:26 Uhr

Mehr als 4.000 Ebola-Tote im Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo sind nach offiziellen Angaben inzwischen über 4.000 Menschen an Ebola gestorben. Die Gesundheitsbehörden des Landes erklärten, seit Mitte Mai seien 8.300 Infektionen im Labor bestätigt worden. 4.018 Betroffene seien an der hochansteckenden Krankheit gestorben. Derzeit werden 842 Menschen behandelt oder isoliert, 2.162 gelten als genesen. Damit liegt die Sterblichkeitsrate bei 48,4 Prozent.

Wessam Mankoula, Notfalldirektor der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, sprach vom am schnellsten wachsenden Ebola-Ausbruch, der bislang registriert worden sei. In der 20. Woche nach der offiziellen Bekanntgabe liege die Zahl der Fälle 4,6-mal höher als im gleichen Zeitraum des großen Westafrika-Ausbruchs von 2014 bis 2016. Auch die Zahl der Todesopfer sei mehr als viermal so hoch. Fachleute gehen zudem davon aus, dass sich das Virus im Kongo möglicherweise schon seit Februar unbemerkt ausgebreitet hatte.

Kein zugelassener Impfstoff gegen den aktuellen Erregertyp

Ebola ist eine lebensgefährliche Infektionskrankheit. Übertragen wird das Virus vor allem durch direkten Kontakt mit Erkrankten oder deren Körperflüssigkeiten. Typische Folgen sind schweres Fieber, Durchfall und Blutungen.

Besonders problematisch ist beim aktuellen Ausbruch, dass für den Bundibugyo-Stamm bislang weder ein speziell zugelassener Impfstoff noch eine gezielte Therapie verfügbar ist. Hinzu kommt, dass die ersten Symptome leicht mit anderen Krankheiten wie Malaria verwechselt werden können. Das kann dazu führen, dass Infizierte zu spät erkannt, isoliert und behandelt werden.

Ebola im Kongo
Die Zahl der Ebola-Toten ist auf über 4.000 gestiegen. (Archivbild) Quelle: -/XinHua/dpa

Seit Juli laufen jedoch klinische Studien mit zwei antiviralen Behandlungsansätzen. Außerdem wird in zwei weiteren Untersuchungen geprüft, ob der Impfstoff Ervebo auch gegen den Bundibugyo-Typ wirksam ist. Bislang ist Ervebo nur gegen den klassischen Ebola-Typ zugelassen, der früher als Zaire-Ebolavirus bezeichnet wurde.

Kinder besonders stark betroffen

Kinder und Jugendliche gehören zu den am stärksten gefährdeten Gruppen. Nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums haben sich seit der offiziellen Ausrufung des Ausbruchs mindestens 2.071 Menschen unter 18 Jahren infiziert. 961 von ihnen starben – also nahezu jedes zweite betroffene Kind. Unter den Todesopfern waren 623 Kinder jünger als fünf Jahre.

In der Altersgruppe von null bis vier Jahren liegt die Fallsterblichkeit bei 61 Prozent. Damit ist sie deutlich höher als der Durchschnitt aller bestätigten Fälle, der bei 48 Prozent liegt.

Katharina von Schroeder von Save the Children in der DR Kongo erklärte, die hohe Zahl toter Kinder zeige, wie dringend Minderjährige besser geschützt werden müssten. Nötig seien mehr Unterstützung für das Gesundheitssystem sowie zusätzliche Hilfe für betroffene Familien in den Gemeinden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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