Beatles-Zeilen finden massenhaft Eingang in Fachartikel
"All you need is love" – für viele Forschungsteams scheint beim Schreiben wissenschaftlicher Publikationen aber noch etwas anderes hilfreich zu sein: Anspielungen auf die Beatles. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse eines niederländischen Forschungsteams, die im Journal PLOS One erschienen ist.
Den Autorinnen und Autoren zufolge greifen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig auf popkulturelle Bezüge zurück, besonders oft auf Musik. Solche Verweise könnten Inhalte einprägsamer machen und dazu beitragen, Forschungsergebnisse auch über die eigene Fachwelt hinaus bekannter zu machen.
Tausende Beatles-Bezüge in Studien gefunden
Für ihre Untersuchung verglich das Team um Gabriel Budel von der Technischen Universität Delft mithilfe von KI-Modellen eine zusammengestellte Liste bekannter Beatles-Songtitel und Textzeilen mit Einträgen aus der Publikationsdatenbank Scopus. Dabei stießen die Forschenden auf 2.237 direkte Beatles-Referenzen sowie 963 kreative Abwandlungen und Wortspiele.
Besonders häufig tauchten diese Bezüge in medizinischen und sozialwissenschaftlichen Arbeiten auf. Aber auch in Fächern wie Wirtschaft, Umweltforschung oder Kunst waren sie zu finden. Die untersuchten Veröffentlichungen stammen aus den 1970er Jahren bis hinein ins Jahr 2025.
Budel hebt einige besonders gelungene Beispiele hervor. So wurde aus dem Beatles-Titel The Long and Winding Road in einer Arbeit über Long Covid die Überschrift The lung and winding road. Ein anderer Titel, Everybody’s Got Something to Hide Except Me and My Monkey, diente offenbar als Vorlage für den patentrechtlichen Artikel Everybody’s Got Something to Hide Except Me and My Patented Monkey.

Wissenschaftliche Titel deutlich skeptischer als die Songs
Auffällig sei außerdem, dass der oft optimistische Ton der Beatles in wissenschaftlichen Artikeln nicht selten ins Gegenteil verkehrt werde, erklärt Mitautor Michiel Tjepkema. Beispiele dafür seien Formulierungen wie With a little help from my enemies oder Although it helps, love is not all you need. Während die Songs Zuversicht ausstrahlten, klängen viele Fachartikel deutlich nüchterner.
Insgesamt kamen die zehn bekanntesten Beatles-Songs in 1.584 Titeln wissenschaftlicher Arbeiten vor. Damit liegen die vier Briten klar vor Elvis Presley, dessen Top-Hits in 196 Artikeln erwähnt wurden. Michael Jackson folgt mit 65 Bezügen auf seine populärsten Songs.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber