USA erinnern 25 Jahre nach 9/11 an die Opfer
Mit Schweigeminuten, Glockengeläut und Lichtinstallationen gedenken die Vereinigten Staaten 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 der Opfer. Im Mittelpunkt stehen erneut die drei damaligen Tatorte: das World Trade Center in New York, das Pentagon bei Washington und die Absturzstelle in Pennsylvania.
US-Präsident Donald Trump wird zu einer Gedenkfeier am Pentagon erwartet. In New York wollen Angehörige am Morgen am Ground Zero die Namen der Toten verlesen. Sechs Schweigeminuten erinnern dort unter anderem an die Einschläge der beiden Flugzeuge und den Einsturz der Zwillingstürme. Erstmals ist danach auch eine siebte Schweigeminute geplant – für Menschen, die erst später an Verletzungen oder Krankheiten infolge der Anschläge gestorben sind.
Millionen Amerikaner haben keine eigene Erinnerung an den 11. September
Bei den Anschlägen von 9/11 kamen fast 3.000 Menschen ums Leben. Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida entführten vier Passagierflugzeuge. Zwei davon wurden in die Türme des World Trade Centers gelenkt, ein drittes traf das Pentagon, den Sitz des US-Verteidigungsministeriums.
Die vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem Passagiere sich gegen die Entführer gewehrt hatten. Welches Ziel dieses Flugzeugs war, ist bis heute nicht endgültig geklärt. An der Absturzstelle erinnern zum Jahrestag Kreideporträts von Künstlern an die Menschen an Bord.
Die New Yorker Feuerwehr FDNY plant an zahlreichen Feuerwachen Gedenkveranstaltungen für die mehr als 300 Feuerwehrleute, die bei den Anschlägen starben. Nach Angaben der Behörde kamen seither zudem mehr als 400 weitere Feuerwehrangehörige an Erkrankungen ums Leben, die mit dem Einsturz des World Trade Centers in Verbindung stehen. Im Bryant Park in Manhattan sollen 2.753 leere Stühle aufgestellt werden – einer für jedes New Yorker Opfer. Besucher können dort Blumen ablegen oder Botschaften hinterlassen.

Trump erklärte den 11. September erneut zum „Patriot Day“ und ordnete an, die Flaggen an Bundesgebäuden auf halbmast zu setzen. Nach Angaben des National September 11 Memorial & Museum haben heute rund 100 Millionen Menschen in den USA – etwa ein Drittel der Bevölkerung – keine eigene Erinnerung an den Tag, weil sie damals zu jung waren oder noch nicht lebten.
Spätfolgen fordern inzwischen mehr Opfer als die Anschläge selbst
Ein Vierteljahrhundert nach 9/11 nimmt auch die Zahl der Menschen weiter zu, die unter gesundheitlichen Folgen leiden. Nach Angaben der US-Regierung sind inzwischen deutlich mehr Menschen an Krankheiten gestorben, die mit den Anschlägen in Zusammenhang stehen, als unmittelbar am 11. September selbst getötet wurden.
Durch den Einsturz der fast 400 Meter hohen Türme und die lang anhaltenden Brände entstand in Lower Manhattan eine hochgiftige Mischung aus zermahlenem Beton, Glas, Gipskarton, verbrannten Kunststoffen und weiteren Schadstoffen. Zehntausende Rettungskräfte, Helfer, Anwohner und Beschäftigte waren Staub und Rauch ausgesetzt. Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Menschen mit möglichen gesundheitlichen Schäden.
Politischer Streit um New Yorks Bürgermeister überschattet das Gedenken
Begleitet werden die Gedenkfeiern in New York von einer politischen Kontroverse um Bürgermeister Zohran Mamdani. Angehörige einiger Opfer forderten in einer Petition, dass er der zentralen Zeremonie am Ground Zero fernbleiben solle. Die Initiatoren werfen ihm vor, sich nicht klar genug von Äußerungen distanziert zu haben, die sie als extremistisch ansehen.
Andere sehen darin hingegen eine politische Kampagne und antimuslimischen Rassismus gegen Mamdani, der als erster muslimischer Bürgermeister der Stadt gilt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber