Tag des offenen Denkmals: Tausende historische Orte öffnen am Sonntag ihre Türen
Am Sonntag, 13. September, können Besucherinnen und Besucher beim Tag des offenen Denkmals bundesweit wieder zahlreiche sonst nicht zugängliche Bauwerke und Anlagen entdecken. Nach Angaben der Veranstalter beteiligen sich mehr als 6.000 Denkmäler an dem Aktionstag, der als größte Kulturveranstaltung Deutschlands gilt. Welche Programmpunkte es vor Ort gibt, lässt sich online nachschauen. In Bayern sind fast 1.000 Angebote verzeichnet.
Bamberg steht 2026 im Mittelpunkt
Besondere Aufmerksamkeit erhält in diesem Jahr Bamberg. In der oberfränkischen UNESCO-Welterbestadt findet die zentrale Eröffnung des bundesweiten Denkmaltags statt. Wie die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mitteilt, ist die Hauptveranstaltung damit erstmals seit zehn Jahren wieder in Bayern zu Gast. Zuvor war der Freistaat bereits 2007 in Regensburg und 2016 in Augsburg Eröffnungsort.
In Bamberg erwartet die Gäste neben einem umfangreichen Bühnenprogramm der Zugang zu mehr als 50 Denkmälern. Dazu zählt auch das Alte Rathaus, das mitten in der Regnitz errichtet wurde und zu den Wahrzeichen der Stadt gehört. Geöffnet werden aber ebenso weniger bekannte historische Orte, darunter eine Bürstenwerkstatt, in der seit 1907 Bürsten gefertigt werden.
Kitzingen lädt in historische Bierkeller ein
In Kitzingen in Unterfranken führt der Denkmaltag unter die Erde. Dort stehen Führungen durch die Deusterkeller auf dem Programm, eine weitläufige Kelleranlage aus dem 19. Jahrhundert. Sie wurde früher als Lager-, Gär- und Eiskeller für das bekannte Kitzinger Exportbier genutzt. Dieses Bier trug wesentlich dazu bei, dass sich die Stadt einst zu einem bedeutenden Brauereistandort entwickelte. Wegen der niedrigen Temperaturen in den Kellern wird den Gästen warme Kleidung empfohlen.

Mittelalterliches Wohnhaus in Bad Windsheim wiederbelebt
In Mittelfranken rückt ein denkmalpflegerisches Projekt in Bad Windsheim in den Fokus. Dort wird gezeigt, wie die Ruine eines mittelalterlichen Wohnhauses gerettet und wieder nutzbar gemacht wurde. Das Gebäude aus dem Jahr 1437, das lange stark verfallen war, ist inzwischen wieder bewohnt. Nach Angaben der Organisatoren wäre die Sanierung ohne die Hilfe mehrerer Fördermittelgeber nicht möglich gewesen.
Oberpfalz und Niederbayern: Villa und Silo als Denkmäler
In der Oberpfalz können Interessierte eine ehemalige Fabrikantenvilla aus dem späten 19. Jahrhundert besichtigen. Der würfelförmige Bau mit vier Ecktürmen und einer Kuppel in der Mitte gilt als Beispiel der Neurenaissance. Die Sanierung wurde erst vor kurzem beendet, dabei wurden auch Wandmalereien wiederhergestellt. Heute nutzt das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung das Gebäude in Windischeschenbach.
In Bad Abbach in Niederbayern wird ein landwirtschaftliches Lagerhaus geöffnet, das seit 1962 in Betrieb ist. Dort können bis zu 350 Tonnen Weizen, Gerste oder Raps gelagert werden. Das Gebäude prägt das Ortsbild bis heute, vor allem durch sein 23 Meter hohes Getreidesilo, das weithin sichtbar ist.
Leuchtturm in Lindau und Alte Münze in München
Auch in Schwaben gibt es besondere Programmpunkte. In Lindau sind Führungen durch den südlichsten Leuchtturm Deutschlands vorgesehen. Der 33 Meter hohe Turm bildet gemeinsam mit der markanten Statue des bayerischen Löwen die Hafeneinfahrt. Früher diente der im 19. Jahrhundert errichtete Leuchtturm der Schifffahrt auf dem Bodensee als wichtiges Orientierungszeichen, heute zählt er zu den bekanntesten Fotomotiven der Region.
In München öffnet unter anderem das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege seine Türen. In der Alten Münze, wo früher Goldmünzen hergestellt wurden, gibt es Führungen, Vorträge, eine Ausstellung sowie ein Kinderprogramm. Auch die Außenstellen der Behörde in Regensburg und Thierhaupten im Landkreis Augsburg beteiligen sich mit eigenen Angeboten.
Besucherinnen und Besucher können dort unter anderem erfahren, wie historische Gemälde restauriert werden, wie sich alte Gebäude erhalten lassen und wie archäologische Ausgrabungen ablaufen. Bayerns Generalkonservator Mathias Pfeil bezeichnete den Tag des offenen Denkmals als eine der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres, bei der Denkmalpflege unmittelbar erlebbar werde.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber