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Artemis 3: Italiener darf 2027 mitfliegen – kein Deutscher

Nicht der Deutsche: Luca Parmitano fliegt als erster Europäer bei Artemis mit – doch 2027 geht’s noch gar nicht zum Mond.

09.06.2026, 18:12 Uhr

Europa wird nun doch früher als bisher erwartet mit einem eigenen Astronauten am Nasa-Mondprogramm beteiligt sein. Allerdings ist es kein Deutscher: Der italienische Esa-Astronaut Luca Parmitano gehört nach Angaben von Nasa-Chef Jared Isaacman zur vierköpfigen Crew von „Artemis 3“. Der Start ist für 2027, also im kommenden Jahr, vorgesehen.

Neben Parmitano sollen die US-Astronauten Andre Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik mitfliegen. Bob Hines steht als Ersatz bereit. Anders als bei „Artemis 2“, bei der Christina Koch als erste Frau in die Nähe des Mondes flog, ist in dieser Crew keine Frau vertreten.

Überraschend ist die Entscheidung auch deshalb, weil zuletzt aus der Esa zu hören war, dass der erste Europäer auf einer Mondmission ein Deutscher sein werde. Als mögliche Kandidaten galten Alexander Gerst und Matthias Maurer. Warum nun schon bei „Artemis 3“ ein Europäer an Bord ist und nicht erst wie bislang erwartet frühestens bei „Artemis 4“, blieb zunächst unklar. Ebenfalls offen ist, ob weiterhin ein deutscher Esa-Astronaut mit „Artemis 4“ Richtung Mond fliegen soll oder ob dies neu mit der Nasa ausgehandelt werden muss.

Keine Mondlandung, sondern Tests im Erdorbit

Trotz ihres Namens führt die Mission nicht zum Mond. „Artemis 3“ soll stattdessen zu Testzwecken in eine Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, LEO) fliegen. Dort soll die Crew vor allem das Andocken des Raumschiffs „Orion“ an ein oder zwei Mondlandesysteme erproben.

Die Esa sprach von einem wichtigen Schritt für die gemeinsame Rückkehr von Menschen zum Mond. Mit „Artemis 3“ würden entscheidende Abläufe für spätere Mondflüge getestet. Zugleich sei die Mission ein großer Fortschritt für die Partnerschaft von Esa und Nasa.

Mit dem „Artemis“-Programm verfolgt die US-Raumfahrtbehörde das Ziel, langfristig eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond aufzubauen.

Parmitano reagiert emotional

Parmitano zeigte sich bei der Vorstellung der Crew in Houston sichtlich bewegt. Er fühle sich durch die ihm übertragene Rolle geehrt und sei vor allem dankbar, sagte der 49-Jährige. An seine Familie gerichtet dankte er besonders seiner Frau und seinen beiden Töchtern. Dabei stockte ihm kurz die Stimme.

Der Italiener wurde an der italienischen Luftwaffenakademie ausgebildet und arbeitete als Testpilot. Seit 2009 gehört er zum Astronautenkorps der Esa. Er war bereits zweimal auf der Internationalen Raumstation ISS und sammelte dort unter anderem Erfahrung bei Andockmanövern.

Esa-Generaldirektor Josef Aschbacher lobte Parmitano als ideale Besetzung. Einen besseren Piloten hätte sich die Esa nicht wünschen können, sagte er. Bei der Agentur sei man stolz darauf, dass neben dem Nasa-Kommandanten nun auch ein europäischer Astronaut an der Steuerung dieser Mission beteiligt sei.

Deutsche Astronauten waren zuvor als Erste genannt worden

Aschbacher hatte Ende 2025 noch erklärt, die ersten Europäer auf einer Mondmission würden Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein – und Deutschland sei zuerst an der Reihe. Sowohl Alexander Gerst als auch Matthias Maurer hatten mehrfach betont, eine solche Aufgabe sehr gern zu übernehmen.

Auch der frühere Esa-Generaldirektor Jan Wörner gratulierte Parmitano. Er bezeichnete ihn als absoluten Profi und sehr sympathischen Menschen. Zugleich äußerte Wörner die Hoffnung, dass bei einer späteren Mondlandung ebenfalls ein Europäer an Bord sein werde.

Nasa stellte das Artemis-Programm neu auf

Isaacman hatte Ende Februar eine deutliche Neuausrichtung des Artemis-Programms angekündigt. Ursprünglich sollte bereits „Artemis 3“ auf dem Mond landen. Nun ist stattdessen für 2027 ein Testflug im Erdorbit geplant. Für 2028 stellte die Nasa anschließend gleich zwei Mondlandemissionen in Aussicht: „Artemis 4“ und „Artemis 5“. In der Vergangenheit war das Programm allerdings immer wieder von Verzögerungen geprägt.

Anfang April waren erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen in die Nähe des Mondes geflogen, allerdings ohne Landung. Zur Crew von „Artemis 2“ gehörten drei US-Amerikaner und ein Kanadier.

Das „Artemis“-Programm wurde von der Nasa 2017 vorgestellt. Benannt ist es nach der griechischen Mondgöttin Artemis, der Zwillingsschwester des Gottes Apollo. Ursprünglich war vorgesehen, dass bereits „Artemis 3“ bis 2024 eine bemannte Mondlandung durchführen sollte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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