Wirtschaft

Krankheitswelle kostet Firmen so viel wie nie

Rekordsumme für Krankmeldungen: Firmen zahlen über 85 Milliarden Euro. Warum die Kosten plötzlich so explodieren.

29.08.2026, 00:05 Uhr

Rekordausgaben für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall

Deutsche Unternehmen haben im Jahr 2025 laut einer Auswertung so viel Geld wie noch nie für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit aufbringen müssen. Nach einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die die Rheinische Post berichtete, summierten sich die Kosten auf 85,6 Milliarden Euro.

Damit haben sich die nominalen Ausgaben innerhalb von rund 15 Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2024 hatten sie noch bei 81,2 Milliarden Euro gelegen.

In den Gesamtbetrag fließen nicht nur die vom Bundesarbeitsministerium ausgewiesenen 72,5 Milliarden Euro an Bruttoentgelten ein. Hinzu kommen nach IW-Schätzung auch die von den Arbeitgebern getragenen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 13,1 Milliarden Euro.

IW sieht mehrere Gründe für den Anstieg

Als Ursachen nennt das Institut unter anderem gestiegene Löhne sowie die höhere Zahl der Beschäftigten. Zudem habe auch der Krankenstand zu den wachsenden Kosten beigetragen. Seit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Jahr 2022 sei dieser statistisch deutlich gestiegen.

Ob allerdings auch die tatsächlichen Fehlzeiten in den Betrieben zugenommen haben, sei bisher nicht abschließend geklärt. Fest steht demnach aber, dass das Niveau klar über dem Stand vor der Corona-Pandemie liegt.

Die geplante gesetzliche Pflicht, bereits ab dem ersten Krankheitstag ein Attest vorzulegen, bewertet das IW eher zurückhaltend. Eine flächendeckende Umsetzung durch die Unternehmen sei wegen des höheren bürokratischen Aufwands und möglicher Spannungen im Verhältnis zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern nicht zwingend zu erwarten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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