Wirtschaft

VW verkauft schon wieder weniger Autos

Alarm bei VW: Der Absatz bricht ein – ausgerechnet in China erlebt der Konzern einen dramatischen Absturz.

12.10.2026, 08:50 Uhr

Volkswagen hat im dritten Quartal seinen Absatzrückgang noch einmal deutlich beschleunigt. Von Juli bis September lieferte der Konzern weltweit rund 1,89 Millionen Fahrzeuge aller Marken aus. Das waren 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zum Vergleich: Im zweiten Quartal hatte das Minus noch bei 8,6 Prozent gelegen, zu Jahresbeginn bei 4,0 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Jahres setzte Europas größter Autobauer damit insgesamt gut 6 Millionen Fahrzeuge ab. Das sind 9,0 Prozent beziehungsweise rund 600.000 Autos weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Schwaches China-Geschäft belastet weiter

Besonders stark brach der Absatz in China ein. Dort lieferte VW im dritten Quartal nur noch knapp 406.000 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von 38,5 Prozent. Auch auf Sicht der ersten neun Monate fiel das Minus deutlich aus: In der Volksrepublik sanken die Auslieferungen um 30,2 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge.

Zuwächse in Europa und Südamerika konnten diese Entwicklung nicht ausgleichen. Volkswagen verweist in China auf einen schwächeren Gesamtmarkt, hohen Preisdruck und die wachsende Konkurrenz durch heimische Hersteller.

Nach Angaben von Vertriebschef Martin Sander, der das Ressort auch im Konzern verantwortet, bleibt China für die gesamte Branche schwierig. Zugleich machten sich neue, lokal entwickelte Elektromodelle zunehmend bemerkbar. Im dritten Quartal habe VW dort rund 30 Prozent mehr elektrifizierte Fahrzeuge ausgeliefert als ein Jahr zuvor. Dazu zählen neben reinen E-Autos auch Plug-in-Hybride und Modelle mit Range Extender.

Europa wird bei E-Autos zum Lichtblick

Positiver entwickelt sich dagegen das Elektrogeschäft in Europa. Nach Konzernangaben steigt dort die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen spürbar – begünstigt durch hohe Kraftstoffpreise und ein größeres Angebot an günstigeren Einstiegsmodellen.

Für den ID. Polo sowie die Schwestermodelle VW ID. Cross, Škoda Epiq und Cupra Raval liegen inzwischen fast 150.000 Bestellungen vor. Das wertet Volkswagen als klaren Erfolg.

Von Januar bis September war in Europa bereits jedes fünfte ausgelieferte Fahrzeug des Konzerns ein reines E-Auto. Insgesamt setzte VW dort gut 586.000 Stromer bei rund 2,96 Millionen Fahrzeugen ab. Im dritten Quartal stiegen die Auftragseingänge für Elektroautos auf dem Heimatkontinent um mehr als die Hälfte. Der Anteil von E-Autos am Auftragsbestand lag zuletzt bei rund 40 Prozent.

Weltweit sinkt die Stromer-Nachfrage dennoch

Global lief das Elektrogeschäft jedoch schwächer. Im dritten Quartal gingen die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge um 4,7 Prozent auf gut 240.000 zurück. In China lag das Minus bei 30,1 Prozent, in den USA sogar bei 86,4 Prozent.

In den ersten neun Monaten des Jahres lieferte Volkswagen weltweit insgesamt rund 679.000 Elektroautos aus – das entspricht einem Rückgang von 5,4 Prozent.

Marken entwickeln sich unterschiedlich

Bei den einzelnen Konzernmarken zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Kernmarke Volkswagen Pkw kam im dritten Quartal auf mehr als 946.000 Auslieferungen, was einem Rückgang von 19,3 Prozent entspricht. Audi setzte fast 315.000 Fahrzeuge ab und lag damit 19,7 Prozent unter Vorjahr.

Auch Porsche verlor deutlich und lieferte etwas mehr als 56.000 Sport- und Geländewagen aus – ein Minus von 15 Prozent. Škoda hielt sich mit 256.700 Fahrzeugen dagegen stabil. Die Nutzfahrzeugholding Traton mit Marken wie MAN und Scania steigerte ihre Verkäufe um 10,5 Prozent auf rund 78.900 Fahrzeuge.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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