Wirtschaft

Verlängerte Feuerpause bremst Anstieg der Ölpreise nur leicht

Die Feuerpause zwischen dem Iran und den USA soll laut US-Präsident Trump auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Doch am Ölmarkt sorgt das kaum für Entspannung.

22.04.2026, 02:10 Uhr

Trotz der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Verlängerung der Waffenruhe gibt es an den Ölmärkten keine echte Entspannung. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg vor Trumps Ankündigung erstmals seit gut einer Woche wieder auf 100 US-Dollar. Danach gab der Kurs nur leicht nach und lag zuletzt bei 98,12 Dollar. Das war knapp ein halbes Prozent weniger als am Vortag.

Auch US-Öl der Sorte WTI verbilligte sich leicht. Ein Barrel kostete zuletzt 89,27 Dollar und damit deutlich weniger als Brent.

Der Krieg mit dem Iran bleibt damit der entscheidende Belastungsfaktor für den Ölmarkt. Zwar hatte Trump eine Verlängerung der Waffenruhe angekündigt, doch eine diplomatische Annäherung ist weiter nicht in Sicht. Eine geplante Reise von US-Vizepräsident JD Vance nach Pakistan zu Gesprächen wurde abgesagt, nachdem der Iran eine Teilnahme an den Verhandlungen abgelehnt hatte. Analysten der Dekabank sprachen von einer weiterhin festgefahrenen Lage.

Zusätzliche Unruhe kommt von einem Zwischenfall in der für den globalen Öltransport wichtigen Straße von Hormus. Dort geriet ein Containerschiff unter Beschuss und wurde schwer beschädigt. Nach Angaben der britischen Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) berichtete der Kapitän des Frachters, dass ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden Schüsse abgegeben habe.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern ist der erste unmittelbare Preisschock des Krieges zwar wohl vorerst abgeklungen. Die Fondsmanagerin Vivian Lin Thurston vom Finanzdienstleister William Blair sieht den Ölmarkt nun jedoch in einer Phase anhaltender Unsicherheit mit wechselhaften Kursbewegungen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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