Anthropic hat OpenAI vorläufig als wertvollstes KI-Unternehmen der Welt überholt. Nach einer frischen Finanzierungsrunde, in der der Konzern weitere 65 Milliarden US-Dollar einwarb, wird das Start-up nun mit 965 Milliarden Dollar bewertet. Laut Wall Street Journal ist das der schnellste Bewertungsanstieg, der jemals im Risikokapitalmarkt verzeichnet wurde.
Noch vor etwa drei Monaten lag die Bewertung von Anthropic bei 380 Milliarden Dollar. OpenAI, dessen ChatGPT den aktuellen KI-Boom im Jahr 2022 maßgeblich angestoßen hatte, kam nach seiner jüngsten Finanzierungsrunde zuletzt auf 730 Milliarden Dollar.
Durchbruch mit „Vibecoding“
Anthropic wurde erst 2021 von Dario Amodei und mehreren früheren OpenAI-Mitarbeitern gegründet. Das starke Wachstum des Unternehmens hängt vor allem mit seiner Ausrichtung auf Firmenkunden und dem Einsatz von KI für die automatisierte Softwareentwicklung zusammen. Mit dem Spitzenmodell „Claude Opus 4.8“ gilt Anthropic derzeit als führend im sogenannten „Vibecoding“ – also der Erstellung von Programmcode anhand natürlicher Sprachbefehle.
Der Vorsprung zeigt sich offenbar auch in den Geschäftszahlen. Dem Bericht zufolge steuert Anthropic darauf zu, bereits im kommenden Monat einen annualisierten Umsatz von 50 Milliarden Dollar zu erreichen. Im ersten Quartal sollen sich die Einnahmen bereits um das Achtzigfache erhöht haben.
Milliarden für mehr Rechenleistung
Das neu aufgenommene Kapital soll vor allem dazu dienen, die stark steigende Nachfrage zu bedienen und die eigene Infrastruktur deutlich auszubauen. Weil Anthropic in der Vergangenheit wiederholt mit knappen Rechenkapazitäten konfrontiert war, sicherte sich das Unternehmen zudem über einen fast 50 Milliarden Dollar schweren Vertrag Zugang zur Rechenleistung von Elon Musks SpaceX-Rechenzentrum „Colossus“.
Sowohl Anthropic als auch OpenAI gelten inzwischen als heiße Kandidaten für einen Börsengang. Beobachter rechnen damit, dass beide KI-Schwergewichte schon im Herbst den Sprung aufs Parkett wagen könnten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion