Stars

Nach OP: Senta Berger feiert emotionales Comeback

Nach schwerer Oberschenkel-OP: Senta Berger überrascht in Berlin – und hat ihren berühmten Sohn an ihrer Seite.

29.05.2026, 18:47 Uhr

Zehn Auszeichnungen für „In die Sonne schauen“

Der große Gewinner beim Deutschen Filmpreis in Berlin war Mascha Schilinskis Drama In die Sonne schauen. Der Film erhielt gleich zehn Auszeichnungen, darunter auch die Goldene Lola für den besten Spielfilm.

Das Werk erzählt von mehreren Frauen, die auf einem Bauernhof in unterschiedlichen Zeitebenen leben. Schon im Vorfeld galt der Film als Favorit, da er mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen war. Ausgezeichnet wurde er unter anderem auch für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin.

Silber für „Gelbe Briefe“ – Produzent Ingo Fliess wird politisch

Die Lola in Silber ging an den Politthriller Gelbe Briefe von İlker Çatak. Im Mittelpunkt steht ein Künstlerpaar, das politischer Repression ausgesetzt ist.

Bei der Preisverleihung nutzte Produzent Ingo Fliess seinen Auftritt auf der Bühne für politische Worte. Er betonte, wie sehr er es schätze, in Deutschland leben und arbeiten zu können. Zugleich sagte er in Anwesenheit von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer, er könne in dessen Gegenwart seine Fassungslosigkeit über die Debatte um den Buchhandlungspreis äußern, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Das sei Ausdruck von Freiheit.

Senta Berger in Berlin ausgezeichnet

Senta Berger ist nach ihrer Operation nicht nur wieder öffentlich aufgetreten, sondern in Berlin auch mit dem Deutschen Filmpreis geehrt worden. Die 85-jährige Schauspielerin erschien bei der Gala in einem eleganten schwarzen Kleid und wurde von ihrem Sohn, Regisseur Simon Verhoeven, begleitet.

Für ihre Rolle in der Tragikomödie Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke erhielt Berger die Lola als beste Hauptdarstellerin. Unter großem Applaus nahm sie den Preis auf der Bühne entgegen. Sichtlich bewegt sagte sie: „Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel.“

Emotionale Worte von Sohn Simon Verhoeven

Verhoeven hatte seine Mutter bereits vor der Preisvergabe auf der Bühne gewürdigt. Mit einem Augenzwinkern erzählte er, dass er beim Dreh als Regisseur ständig „Mama“ gesagt habe – nicht gerade hilfreich für die Autorität am Set, in diesem Fall aber sehr passend.

Zugleich betonte er, Berger sei für ihn die ideale Besetzung gewesen. Während der Zusammenarbeit habe er an ihr neue Seiten entdeckt: Verletzlichkeit, Empfindsamkeit, Humor und ein großes Herz. Besonders bemerkenswert sei für ihn gewesen, dass Berger mit 85 Jahren ihre erste Nominierung für den Deutschen Filmpreis erhielt. Nach ihrem Sieg gab er ihr auf der Bühne ein Küsschen.

„Ach, diese Lücke“ ebenfalls geehrt

Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff. Regie führte Simon Verhoeven. Erzählt wird die Geschichte des jungen Joachim, gespielt von Bruno Alexander, der zum Schauspielstudium nach München zieht und dort bei seinen Großeltern einzieht. Diese werden von Senta Berger und Michael Wittenborn verkörpert.

Neben Bergers Erfolg wurde auch der Film selbst ausgezeichnet: Er erhielt beim Deutschen Filmpreis die Lola in Bronze. Wittenborn wurde zudem als bester Nebendarsteller geehrt.

Weitere Preisträger des Abends

Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl für seine Rolle in Das Verschwinden des Josef Mengele ausgezeichnet.

Zum besten Dokumentarfilm wurde Siri Hustvedt – Dance Around the Self gekürt. Die Lola für den besten Kinderfilm ging an Zirkuskind. Als besucherstärkster Film des Jahres wurde Das Kanu des Manitu von Michael „Bully“ Herbig geehrt.

Über viele Preisträgerinnen und Preisträger stimmten – ähnlich wie bei den Oscars in den USA – die rund 2.400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie ab.

Rückkehr nach schwerem Sturz

Die in Grünwald bei München lebende Schauspielerin war Mitte Januar kurz vor einer Lesung in Hamburg auf der Bühne gestürzt. Dabei erlitt sie einen komplizierten Oberschenkelbruch und musste operiert werden. Anschließend wurde sie in einer Klinik südlich von München behandelt. Schon im März hatte Berger bei einer Sondervorführung in München wieder einen ersten öffentlichen Termin wahrgenommen.

Gala in Berlin wegen Technikproblemen unterbrochen

Die Verleihung am Berliner Funkturm musste zwischenzeitlich wegen eines Technikproblems unterbrochen werden. Das Publikum durfte den Saal vorübergehend verlassen, auch die Online-Liveübertragung wurde kurzzeitig ausgesetzt. Im Fernsehen lief die Gala später zeitversetzt im Ersten.

Nach Angaben einer Sprecherin der ARD-Programmdirektion war ein unerwarteter Ausfall der Saaltechnik der Grund für die Unterbrechung. Moderator Christian Friedel nahm die Panne mit Humor und kommentierte den Abend mehrfach mit ironischen Seitenhieben – auch auf kulturpolitische Debatten der vergangenen Monate.

Ehrenpreis für Wim Wenders

Regisseur Wim Wenders (Perfect Days, Paris, Texas) erhielt den Ehrenpreis für seine Verdienste um den deutschen Film. In seiner Rede sprach er auch über eine umstrittene Nacktszene aus seinem Film Falsche Bewegung von 1975.

Darin war Nastassja Kinski zu sehen, die damals erst 13 Jahre alt war. Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung versucht sie, die Szene entfernen zu lassen. Wenders sagte, er würde eine solche Szene heute nicht mehr so drehen. Zugleich stellte er die Frage, wie mit historischem Filmerbe umzugehen sei und ob problematische Szenen nachträglich gekürzt werden sollten. Dazu wünsche er sich eine Debatte mit der Filmakademie.

Viele Gäste und Appelle zum Zusammenhalt

Zur Gala waren rund 1.900 Gäste geladen, darunter Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Auf dem roten Teppich wurden unter anderem Senta Berger, Iris Berben und Collien Fernandes gesehen.

Die Spitze der Deutschen Filmakademie, Florian Gallenberger und Vicky Krieps, rief zum Zusammenhalt auf. Kultur verbinde, sagte Gallenberger, und sei ein Raum, in dem alle Platz hätten. Zugleich betonte er, Kultur helfe auch gegen die AfD und widersetze sich jeder Form von Bevormundung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen