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Wenders über Kinski-Nacktszene: Diesen Fehler nie wieder

Nastassja Kinski will eine brisante Nacktszene löschen lassen – jetzt äußert sich Wim Wenders überraschend selbst.

29.05.2026, 21:59 Uhr

Wim Wenders würde umstrittene Szene aus „Falsche Bewegung“ heute nicht mehr so drehen

Regisseur Wim Wenders hat erklärt, dass er eine heute viel kritisierte Nacktszene aus seinem Film „Falsche Bewegung“ von 1975 inzwischen anders inszenieren würde. In dem Werk ist Nastassja Kinski im Alter von 13 Jahren mit nacktem Oberkörper zu sehen. Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in Berlin, wo Wenders mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, sagte der 80-Jährige: „Das würde ich heute nie mehr so machen.“

Kinski hatte der „Süddeutschen Zeitung“ vor kurzem gesagt, sie habe schon damals gespürt, dass die Szene problematisch gewesen sei. Nach Angaben des Blatts bemüht sie sich seit Jahren darum, dass die Aufnahme aus dem Film entfernt wird.

Auf der Bühne sprach Wenders von einem schwierigen Abschnitt seines Lebens. Heute wisse er deutlich mehr als damals, sagte er, und verwies auf veränderte gesellschaftliche Maßstäbe und ein anderes Bewusstsein als noch vor 50 Jahren. Zugleich verteidigte er sein damaliges Handeln insofern, als der Film in einem anderen zeitlichen und kulturellen Kontext entstanden sei.

Debatte über den Umgang mit Filmgeschichte

Wenders stellte zugleich eine grundsätzliche Frage an die Filmschaffenden im Saal: Wie soll mit problematischen Szenen aus dem Filmerbe umgegangen werden? Er fragte, ob es richtig sei, eine Sequenz nachträglich zu entfernen, wenn sie einer Schauspielerin, die er sehr schätze, Schmerz bereite. Ebenso stellte er infrage, ob man einen Film im Nachhinein überhaupt kürzen dürfe.

Verleihung Deutscher Filmpreis
Wim Wenders auf der Bühne. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Der Regisseur sagte, er fühle sich mit dieser Entscheidung weitgehend allein und habe darauf selbst keine klare Antwort. Für ihn sei es vor allem eine moralische Frage.

Deshalb forderte Wenders die Deutsche Filmakademie auf, eine breitere Diskussion darüber anzustoßen, insbesondere mit jüngeren Filmschaffenden. Sollte er den Film verändern, hätte das aus seiner Sicht Signalwirkung für viele andere Werke. Genau deshalb wolle er die Verantwortung nicht allein tragen.

Wenders, bekannt unter anderem durch „Perfect Days“ und „Paris, Texas“, wurde bei der Gala in Berlin unter stehenden Ovationen geehrt. In einer Video-Hommage würdigten ihn unter anderem Campino, Patti Smith, Cate Blanchett und Nick Cave. Akademie-Präsident Florian Gallenberger bezeichnete Wenders’ Werk als zugleich grenzenlos und unverwechselbar.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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