Verdi fordert rasche Antworten für die Belegschaft
Nach dem Insolvenzantrag von Galeria verlangt die Gewerkschaft Verdi zügige Klarheit für die Beschäftigten. Nach Angaben von Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin offen, ob ihre Gehälter vom Unternehmen abgesichert sind oder ob Insolvenzgeld gezahlt wird. Diese offenen Fragen müssten von den zuständigen Stellen schnellstmöglich geklärt werden.
Zimmer bezeichnete die Lage bei dem Warenhauskonzern als schwierig. Aus Sicht der Gewerkschaft sei nun entscheidend, dass die Beschäftigten direkt und verlässlich darüber informiert werden, wie es weitergeht. Viele sorgten sich um ihre eigene Existenz und die ihrer Familien. Es dürfe nicht sein, dass die Arbeitnehmer die Fehler der Chefetagen ausbaden müssten. Die Verantwortlichen müssten jetzt gemeinsam mit Belegschaft und Betriebsräten an einer tragfähigen Perspektive arbeiten.
Der Gesamtbetriebsrat von Galeria äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Chancen auf Insolvenzgeld für die Beschäftigten.
Entscheidung über Insolvenzgeld noch offen
Galeria hatte am Freitag beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für das Unternehmen ist es bereits der vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Welche Folgen dies für einzelne Standorte haben wird und ob Filialen geschlossen werden müssen, ist derzeit weiter unklar. Der Betrieb in den 83 Filialen läuft vorerst weiter.
Auch für die rund 12.000 Beschäftigten gibt es bislang keine Entscheidung darüber, ob Insolvenzgeld gezahlt wird. Zuständig für die Bewilligung ist die Bundesagentur für Arbeit, ein Zeitpunkt für die Entscheidung steht aber noch nicht fest. Sollte kein Insolvenzgeld fließen, müsste Galeria nach Einschätzung von Arbeitsrechtlern die Gehälter selbst zahlen oder eine andere Finanzierung organisieren. Ob das Unternehmen dazu in der Lage wäre, ist offen. Galeria äußerte sich dazu auf Anfrage nicht.
Das Amtsgericht Düsseldorf hat inzwischen ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus bestellt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber
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