Wirtschaft

Jetzt fix: Paramount schluckt Warner

Hollywood-Hammer: Paramount schluckt Warner Bros – was der neue Börsenriese Skydance jetzt auslöst

06.10.2026, 14:50 Uhr

In Hollywood beginnt eine neue Ära: Die traditionsreichen Studios Paramount und Warner Brothers stehen nach Abschluss der Übernahme nun unter einem gemeinsamen Dach. Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrollierte Paramount-Konzern hat den rund 110 Milliarden Dollar schweren Kauf von Warner vollzogen.

Der neue Dachkonzern heißt Skydance und steht vor einer schwierigen Integrationsphase. Das Unternehmen muss eine Schuldenlast von Dutzenden Milliarden Dollar schultern. In Hollywood wächst deshalb die Sorge vor einer Welle von Stellenabbau. Zugleich befürchten liberale Kritiker in den USA politischen Einfluss auf den Warner-Nachrichtensender CNN, weil Ellison als enger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gilt. Trump selbst lobte den Deal bereits vor Reportern mit den Worten, das werde ein „großartiges Unternehmen“.

Branchenbeobachter bewerten den Zusammenschluss als ähnlich einschneidend wie Disneys Übernahme von 20th Century Fox im Jahr 2019. Die Ellison-Familie hatte Paramount erst im vergangenen Jahr übernommen.

Warner bringt bekannte Marken wie „Batman“, „Superman“ und „Harry Potter“ in den neuen Konzern ein. Von Paramount kommen unter anderem „Mission: Impossible“ und „Star Trek“ hinzu.

Mindestens 30 Filme pro Jahr

Im monatelangen Ringen um die Fusion sagte Paramount zu, in den ersten zwei Jahren nach dem Zusammenschluss mindestens 30 Filme pro Jahr aus beiden Studios in die Kinos zu bringen. In den drei darauffolgenden Jahren sollen es 32 Filme jährlich sein. Wird diese Marke unterschritten, werden pro fehlendem Film 30 Millionen Dollar fällig.

Außerdem will Skydance in den kommenden fünf Jahren zusätzlich 1,5 Milliarden Dollar in Produktionen in den USA investieren.

An der Spitze des neuen Konzerns steht der Filmproduzent David Ellison, der sich unter anderem mit dem zweiten „Top Gun“ einen Namen gemacht hat. Er ist der Sohn von Larry Ellison, dessen finanzielle Rückendeckung den Megadeal erst möglich machte. Kurz vor dem Abschluss der Übernahme holte Skydance den bisherigen Mattel-Chef Ynon Kreiz in eine Doppelspitze. David Ellison soll sich vor allem um die strategische Ausrichtung kümmern, Kreiz um das operative Geschäft. Den Investoren wurden Einsparungen von sechs Milliarden Dollar binnen drei Jahren in Aussicht gestellt.

Zusagen für CNN

Besondere Aufmerksamkeit galt bei der Übernahme dem Nachrichtensender CNN, der regelmäßig kritisch über Donald Trump berichtet. Trump greift den Sender seit Jahren an und schloss CNN zuletzt aus dem Weißen Haus aus. Kritiker warnten deshalb, dass CNN unter dem Einfluss der Ellison-Familie seine redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Zusätzliche Skepsis nährt, dass der zum Paramount-Konzern gehörende Sender CBS nach der Übernahme durch die Ellisons einen freundlichere(re)n Ton gegenüber Trump und seiner Regierung angeschlagen haben soll. Paramount sagte deshalb zu, für CNN ein unabhängiges redaktionelles Aufsichtsgremium einzurichten. Der bisherige Chefredakteur Mark Thompson soll den Sender weiterführen.

Neue Führungsstruktur bei Film und Streaming

Das gemeinsame Filmgeschäft übernehmen die bisherigen Paramount-Studiochefs Dana Goldberg und Josh Greenstein. Ihre Warner-Gegenstücke scheiden aus. Der bisherige Chef des Warner-Streamingdienstes HBO Max, Casey Bloys, soll künftig den zusammengeführten Streamingbereich mit HBO Max und Paramount+ leiten.

Ursprünglich hatte sich im vergangenen Jahr bereits Netflix mit Warner auf einen Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts verständigt. Paramount legte jedoch nach und setzte sich schließlich mit einem höheren Angebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery durch — einschließlich TV-Sendern wie CNN.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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