Politik

Kanzlerfrage: Wüst überrascht – Söder gerät ins Wanken

Merz bleibt Kanzler, doch seine Werte sind miserabel. Schon kursieren Nachfolger-Namen – und eine Umfrage überrascht.

06.10.2026, 15:54 Uhr

Wüst in Nachfolgefrage klar vor Söder

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wird in einer aktuellen Umfrage deutlich häufiger als geeigneter möglicher Nachfolger von Bundeskanzler Friedrich Merz genannt als Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU). Im RTL/ntv-"Trendbarometer" sprechen sich 47 Prozent der Befragten für Wüst aus, während Söder auf 26 Prozent kommt.

Söder ist allerdings erheblich bekannter: 95 Prozent der Teilnehmer kennen ihn. Von diesen halten 70 Prozent ihn für das Kanzleramt nicht geeignet, vier Prozent äußern sich unentschieden. Wüst ist 75 Prozent der Befragten ein Begriff. Unter ihnen bewerten 41 Prozent ihn als ungeeignet, zwölf Prozent haben dazu keine feste Meinung. Die Werte zur Eignung beziehen sich jeweils nur auf Personen, die den Politiker kennen.

Auch unter den Anhängern der Union liegt Wüst vorn: 57 Prozent halten ihn für geeignet, Söder erreicht 41 Prozent. Bei Sympathisanten von SPD und Grünen fällt Wüst ebenfalls stärker positiv auf, mit 58 beziehungsweise 63 Prozent Zustimmung. Unter AfD-Anhängern hat dagegen Söder die Nase vorn: 28 Prozent trauen ihm das Amt zu, bei Wüst sind es nur acht Prozent.

Für diese Erhebung befragte das Institut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland vom 2. bis 5. Oktober insgesamt 1.002 Menschen. Die statistische Fehlertoleranz beträgt etwa drei Prozentpunkte.

Merz bleibt deutlich unter Druck

Die Bewertung der Arbeit von Kanzler Friedrich Merz verharrt auf niedrigem Niveau. Wie schon in der Woche zuvor zeigen sich lediglich elf Prozent der Bürger mit seiner Arbeit zufrieden. 87 Prozent äußern Unzufriedenheit. Selbst im Lager von CDU und CSU überwiegt die Kritik: 39 Prozent sind zufrieden, 60 Prozent nicht.

Grundlage sind weitere repräsentative Forsa-Interviews für RTL Deutschland, die zwischen dem 29. September und 5. Oktober mit 2.502 Personen geführt wurden. Das Institut nennt hier eine Fehlertoleranz von rund plus/minus 2,5 Prozentpunkten.

Union weiter unter 20 Prozent

In der Sonntagsfrage bleibt die Union zum zweiten Mal in Folge unter der Marke von 20 Prozent und kommt auf 19 Prozent. Die AfD liegt unverändert bei 26 Prozent. Die SPD verharrt bei 14 Prozent. Die Grünen verbessern sich um einen Punkt auf 17 Prozent. Die Linke verliert einen Punkt und erreicht 11 Prozent. Die FDP bleibt bei vier Prozent.

Wie bei allen Wahlumfragen gilt: Die Ergebnisse geben lediglich die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung wieder und lassen keine sicheren Rückschlüsse auf ein späteres Wahlergebnis zu.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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