Mehr als 403.000 Studierende an Bayerns Hochschulen eingeschrieben
In Bayern studiert aktuell etwa jede 33. Person an einer Hochschule. Zum Start des Wintersemesters 2026/2027 sind nach Angaben des Wissenschaftsministeriums mehr als 403.000 Studierende im Freistaat eingeschrieben. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) sprach nach einer Kabinettssitzung in München von der zweithöchsten jemals in Bayern erfassten Studierendenzahl. Das sei weit mehr als eine bloße Kennziffer aus der Hochschulstatistik, sondern ein starkes Signal für die Zukunft des Landes.
Deutlich mehr Erstsemester
Besonders kräftig gestiegen ist die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Gegenüber dem Wintersemester 2025/2026 nahm sie um 18,8 Prozent auf rund 68.000 zu. Blume betonte, dass die Studierendenzahlen in anderen Regionen teils spürbar zurückgingen, während sie in Bayern auf sehr hohem Niveau stabil blieben. Dies wertete er als Zeichen für die Anziehungskraft des bayerischen Hochschulsystems.
Erstmals ausgeglichenes Geschlechterverhältnis
Nach den vorläufigen Meldungen wurde zudem erstmals Geschlechterparität erreicht. Demnach sind im neuen Semester 50 Prozent der Studierenden weiblich. Unter den Erstsemestern liegt der Frauenanteil sogar bei 51,3 Prozent.
Von insgesamt 403.333 eingeschriebenen Studierenden besuchen rund 63 Prozent Universitäten, etwa 37 Prozent studieren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Im vergangenen Wintersemester lag die Gesamtzahl noch bei 401.154. Damals war sie erstmals seit einem Jahrzehnt gesunken, und zwar um 2,1 Prozent. Ursache war die Umstellung auf das neunjährige Gymnasium, durch die sich weniger Studienanfänger einschrieben.

Neue Studiengänge zu KI, Politik und Katastrophenschutz
Auch das Studienangebot entwickelt sich weiter und greift aktuelle gesellschaftliche und technologische Veränderungen auf. Zum Wintersemester 2026/2027 starten unter anderem die Studiengänge Computational Economics and Politics an der Universität Bamberg, KI und Robotik an der TH Augsburg sowie AI in Biomedicine, ein gemeinsames Angebot der TU München und der FAU Erlangen-Nürnberg.
Wie das Ministerium mitteilte, zeigt sich die politische und gesellschaftliche "Zeitenwende" auch in neuen Fächern: An der TH Deggendorf wird ab diesem Semester ein Masterstudiengang in Bevölkerungsschutz und Katastrophenmanagement angeboten.
Milliardenprogramm für Hochschulstandorte
Parallel dazu soll weiter kräftig in die Hochschulinfrastruktur investiert werden. Grundlage ist eine milliardenschwere Sanierungsoffensive, die im Juli 2026 beschlossen wurde. Geplant sind unter anderem das neue Institute for Entrepreneurship & Innovation an der Universität Bayreuth, die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts des Interimsgebäudes am TUM-Campus Ottobrunn-Taufkirchen sowie ein neuer TUM-Standort am Münchner Flughafen: Dort soll im Oktober 2026 das RoboGym in Betrieb gehen.
Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums geht mit dem Beginn des Wintersemesters auch die Überarbeitung des Hochschulinnovationsgesetzes in die Schlussphase. Während die Hochschulen für angewandte Wissenschaften bereits in das neue Semester gestartet sind, nehmen die Universitäten ihren Vorlesungsbetrieb Mitte Oktober auf.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber