Varta schließt Werk in Nördlingen im Herbst
Der Batteriekonzern Varta will seine Fabrik im bayerischen Nördlingen im Herbst dichtmachen. Nach Angaben des Unternehmens fällt ein Großkunde weg, der bislang für eine nahezu vollständige Auslastung des Standorts gesorgt habe. Künftig werde dieser Kunde keine Knopfzellen mehr von Varta beziehen. Damit fehle dem Werk die wirtschaftliche Grundlage. Rund 350 Beschäftigte sind von der Schließung betroffen.
Wie ein Sprecher mitteilte, wurden Mitarbeiter und Betriebsrat am Morgen über die Entscheidung informiert. Das Unternehmen wolle nun nach sozialverträglichen Lösungen suchen und prüfe zudem, ob einzelne Beschäftigte an anderen Standorten weiterbeschäftigt werden können. Die Gespräche stünden jedoch noch ganz am Anfang. Zwar habe Varta in den vergangenen Monaten neue Kunden gewonnen, sagte Vorstandschef Michael Ostermann der Wirtschaftswoche. Diese reichten aber bei weitem nicht aus, um die Produktion in Nördlingen auch nur annähernd auszulasten.
Berichten zufolge will der abspringende Großkunde Batterien der nächsten Generation künftig aus China beziehen. Dass es sich dabei um Apple handeln könnte, wie unter anderem die FAZ und die Augsburger Allgemeine berichten, wollte Varta nicht kommentieren. Laut FAZ soll vor allem der Preis für die Entscheidung ausschlaggebend gewesen sein. Bei der Qualität sei das schwäbische Unternehmen demnach auf Augenhöhe gewesen oder sogar besser.
Der in Ellwangen ansässige Hersteller steckt bereits seit längerer Zeit in Schwierigkeiten. Um eine Insolvenz abzuwenden, hatte Varta im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem Restrukturierungsgesetz angemeldet. Dieses Instrument soll angeschlagenen Unternehmen ein reguläres Insolvenzverfahren ersparen. In diesem Zusammenhang wurden auch die bisherigen Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Anfang April des vergangenen Jahres hatte Varta mitgeteilt, die monatelange Neuaufstellung des Konzerns sei abgeschlossen.
Auch 2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro fiel der Verlust allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion