Wirtschaft

Teherans Börse ist zurück

Nach 80 Tagen öffnet Teherans Börse wieder – und ihr erster Ausschlag könnte zeigen, wie tief Irans Krise wirklich ist.

19.05.2026, 11:17 Uhr

Teheraner Börse nimmt Handel nach langer Unterbrechung wieder auf

Trotz anhaltender Unsicherheit über mögliche Verhandlungen und weitere militärische Eskalationen im Konflikt zwischen dem Iran und den USA hat die Börse in Teheran den Handel wieder aufgenommen. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars startete der Börsenbetrieb am Morgen erstmals nach rund 80 Tagen Pause.

Vom Handel ausgeschlossen bleiben demnach 42 Unternehmen, die infolge des Krieges Schäden erlitten haben. Laut Fars, das sich auf einen Börsenvertreter beruft, betrifft dies etwa 35 Prozent des gesamten Marktvolumens. Wie die Zeitung Sharq berichtet, zählen dazu unter anderem Chemieunternehmen sowie Betriebe aus der Metallverarbeitung.

Der Ausschluss dieser Firmen könnte einen stärkeren Einbruch der Kurse begrenzen, da Investoren beschädigte Unternehmen verstärkt abstoßen könnten. Dennoch meldete Sharq bereits zum Handelsauftakt sinkende Kurse. Nur 28 Prozent der gelisteten Werte lagen demnach im Plus.

Der Krieg hat den Iran in eine schwere wirtschaftliche Krise gestürzt. Bei Angriffen wurden unter anderem wichtige petrochemische Anlagen und Stahlwerke beschädigt. Zusätzlich belastet die US-Seeblockade das für das Land zentrale Ölgeschäft erheblich. Auch die von der iranischen Führung gleich zu Kriegsbeginn verhängte Internetsperre bremst die wirtschaftlichen Aktivitäten im Inland.

Schon vor dem Krieg war die Islamische Republik wegen ihrer wirtschaftlichen Probleme von Massenprotesten erschüttert worden. Diese hatte der iranische Machtapparat mit harter Gewalt niederschlagen lassen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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