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Dürreschock: Wälder leiden weiter

Deutschlands Wälder schlagen weiter Alarm: Die Kronen verraten massive Schäden – warum sich die Lage trotzdem nicht zuspitzt.

19.05.2026, 12:18 Uhr

Deutschlands Wälder bleiben stark belastet

Deutschlands Wälder leiden weiter massiv unter den Folgen von Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall. Neue Daten für 2025 zeigen zwar eine Stabilisierung, von einer Entspannung kann aber keine Rede sein. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) sagte bei der Vorstellung der Waldzustandserhebung, der Zustand des Waldes habe sich im Vergleich zu 2024 insgesamt nicht weiter verschlechtert – obwohl die Wetterbedingungen vielerorts ungünstiger waren.

Nach Angaben des Ministeriums ist auch die Zahl der neu abgestorbenen Bäume deutlich gesunken. Dennoch hat sich der Wald bis heute nicht von den extrem trocken-heißen Sommern der Jahre 2018 bis 2020 erholt. Umweltverbände betonen deshalb, dass es angesichts der Klimakrise keinen Anlass zur Entwarnung gebe.

Die Waldzustandserhebung 2025 zeigt, dass die sichtbaren Nadel- und Blattverluste in den Baumkronen weiterhin auf sehr hohem Niveau liegen. Nur 21 Prozent der Bäume gelten erneut als gesund, während vier von fünf Bäumen Schäden aufweisen.

Gut ein Drittel mit deutlichen Schäden

Über alle Baumarten hinweg hatten 35 Prozent der erfassten Bäume deutliche Schäden, nach 36 Prozent im Vorjahr. Bei diesen Bäumen ist mehr als ein Viertel der Krone kahl. Der Anteil der Bäume in der sogenannten Warnstufe mit einer Kronenverlichtung von 11 bis 25 Prozent stieg leicht auf 44 Prozent. Besonders betroffen sind ältere Bäume im Alter von mehr als 60 Jahren.

Wie dicht Laub und Nadeln sind, gilt als wichtiger Hinweis auf den Gesundheitszustand des Waldes. Erfasst wurden diesmal 46.531 Bäume an 1.889 Stichprobenpunkten. Die Länder nehmen die Erhebung seit 1984 jeweils von Mitte Juli bis Mitte August vor, das Thünen-Institut rechnet die Ergebnisse anschließend auf ganz Deutschland hoch. Laut Bericht war das Wetter 2025 für den Wald vielerorts ungünstiger als 2024 – unter anderem wegen anhaltender Trockenphasen und gelegentlicher Hitzewellen.

Eichen bleiben besonders stark geschädigt

Besonders stark betroffen bleiben die Eichen. Bei ihnen liegt der Anteil der Bäume mit deutlich lichteren Kronen wie schon im Vorjahr bei 51 Prozent. Zu dem schlechten Zustand tragen vor allem Insekten und Pilze bei. Zudem sind Eichen im Durchschnitt die älteste der wichtigsten Baumarten und daher besonders anfällig.

Auch bei den Kiefern verschlechterte sich die Lage spürbar: Der Anteil deutlich geschädigter Bäume stieg von 24 Prozent im Jahr 2024 auf 31 Prozent. Bei Buchen gab es dagegen eine leichte Verbesserung, hier sank der Anteil von 46 auf 38 Prozent. Bei Fichten ging er geringfügig von 39 auf 38 Prozent zurück.

Als positives Signal wertete Minister Rainer den Rückgang neu abgestorbener Bäume. Ihr Anteil sank von 0,86 Prozent auf 0,3 Prozent. Wald bedeckt rund ein Drittel der Landesfläche Deutschlands.

Minister setzt auf Waldumbau

Rainer bezeichnete den Wald als Teil der Heimat sowie als wichtigen Faktor für Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum – vom Sägewerk bis zum Schreinerbetrieb. Den weiteren Umbau hin zu artenreichen Mischwäldern sieht er als entscheidend an, damit die Wälder künftigen Klimaveränderungen besser standhalten. Seine Linie sei verlässliche Rahmenbedingungen, Eigenverantwortung und gezielte Förderung.

Umweltverbände fordern Kurswechsel

Umweltschützer mahnen jedoch zu weitergehenden Schritten. Greenpeace fordert eine echte Kehrtwende hin zu einer ökologischen Waldwirtschaft. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) verweist darauf, dass einzelne regenreichere Wochen die Schäden der Dürrejahre nicht ausgleichen könnten. Naturnahe Wälder seien wichtig, weil sie ihre Umgebung kühlen und durch ihre Schwammfunktion gegen Hitze und Starkregen helfen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verlangt zudem einen bundesweiten Einschlagstopp für alte Buchenwälder.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände sieht die Wälder weiterhin stark unter Druck. Für den langfristigen Waldumbau brauche es verlässliche Bedingungen, damit vor Ort flexibel auf den Klimawandel reagiert werden könne.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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